Sport : Hallo Winter?

Bei der Biathlon-WM ist es viel zu warm.

von
Sommerurlaub? Nein, Biathlon-WM. Athleten und Betreuer kämpfen mit den Temperaturen in Ruhpolding. Foto: AFP Foto: AFP
Sommerurlaub? Nein, Biathlon-WM. Athleten und Betreuer kämpfen mit den Temperaturen in Ruhpolding. Foto: AFPFoto: AFP

Denkt er an den Spätwinter 2011, übermannt Norbert Baier in diesen Tagen regelmäßig Wehmut. „Im letzten Jahr hatten wir um diese Zeit traumhafte Verhältnisse. Es war kühl, der Schnee war schön hart“, sagt der Wettkampfleiter der Biathlon-WM in Ruhpolding, während um ihn herum beim Training Athleten in T-Shirts die WM-Strecke hoch und runter flitzten. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften 13 Grad. Bei den Sprintrennen der Männer und Frauen am Sonnabend (12.30 und 15.30 Uhr, live bei ZDF und Eurosport) wird es wieder ähnlich warm sein. Norbert Baier gerät beim Gedanken an die insgesamt rund 150 Starter deshalb schon vorab ins Schwitzen.

Immerhin: Die Mixed-Staffel haben die WM-Organisatoren bereits glimpflich über die Bühne gebracht – mit Hilfe von 110 Kilogramm Salz, die auf der Strecke verteilt wurden, um dem Schnee Wasser zu entziehen und so den Untergrund zu festigen. Der Kühleffekt, der dabei eintritt, hält jedoch nur wenige Stunden an. Ein großes Problem – gerade für die Doppel-Veranstaltung am Samstag. „Das wird hart, da müssten wir eigentlich zaubern können“, sagt Baier. Diffizil wird es vor allem für die Frauen, die drei Stunden nach den Männern auf einen dann bereits mächtig malträtierten Kurs geschickt werden. „Ich hoffe, dass die Veranstalter zwischen den Rennen noch ein bisschen was machen, sonst wird’s richtig hart, weil der Schnee einfach nass wird“, sagt Favoritin Magdalena Neuner. Die Deutsche muss wie ihre Kollegen ausbaden, was der Weltverband ausgeheckt hat.

Bis 2009, als die WM im südkoreanischen Pyeongchang stattfand, lag der Termin für den Saisonhöhepunkt der Biathleten immer im Februar. Seit vergangenem Jahr werden die Titelkämpfe im März ausgetragen. Damit soll vermieden werden, dass nach der WM noch viele – auch für Fernsehsender – dann uninteressante Weltcups stattfinden. Nach der Veranstaltung in Ruhpolding wird in dieser Saison nun noch ein Weltcup ausgetragen.

Während sich Organisatoren und Betreuer beschweren, machen die Sportler das Beste aus der Situation. Die Weißrussin Darja Domratschewa etwa fühlt sich „wie im Sommerurlaub“. Und Neuner erklärte beim Marsch zum gestrigen Nachmittagstraining grinsend: „Ich geh’ jetzt noch a bisserl Sonne tanken.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben