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Hamburg - Wolfsburg 1:1 : HSV noch nicht reif für Europa

Der Hamburger SV hat im Rennen um einen Europa-League-Platz erneut einen Rückschlag einstecken müssen. Zum Abschluss des 32. Spieltages kam der HSV daheim mit dem früheren Herthaner Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten nur zu einem 1:1 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg.

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Augen zu und durch: Maximilian Arnold (r.) und Tomas Rincon im Kampf um den Ball.
Augen zu und durch: Maximilian Arnold (r.) und Tomas Rincon im Kampf um den Ball.Foto: dpa

Allzu oft bekommt Jaroslav Drobny ja nicht die Möglichkeit, sich auszuzeichnen, nimmt man das Training mal aus. Am Sonntagabend war es so weit: der 33 Jahre alte Tscheche durfte zum zweiten Mal in dieser Serie das Tor des Hamburger SV hüten, weil die Nummer eins des HSV pausieren musste – René Adler war am vergangenen Wochenende im Spiel beim FC Schalke 04 zum fünften Mal in dieser Saison verwarnt worden. Drobny also. Jener Mann, der einst hinter Frank Rost die Bank drückte, dann in der vergangenen Zitter-Saison zum Stammkeeper wurde und nun nolens, volens zurück ins Glied rückte, weil Adler einfach besser ist.

Drobny dürfte nach diesem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg wieder ein paar mehr Freunde im Klub und Fans auf den Rängen gefunden haben, denn er rettete dem HSV mit einigen starken Paraden Mitte der zweiten Halbzeit zumindest diesen einen Punkt – der im Kampf um einen Europa League-Platz noch Gold wert sein könnte.

Die Leistung der Mannschaft war mehr als dürftig, und nach Makoto Hasebes schönem Kopfballtreffer zum 1:1 für den VfL in der 65. Minute wackelte der HSV. Doch dreimal parierte Drobny gegen die Wolfsburger prächtig: zunächst wehrte er Naldos Kopfball ab (72. Minute), dann warf er sich drei Minuten später Bas Dosts Schuss in den Weg und schließlich war der ehemalige Hertha-Torwart auch noch mit den Fingerspitzen am Ball, als Dost versuchte, das Spielgerät über ihn hinweg zu chippen (76. Minute). Erwartungsgemäß hielt sich Drobny mit der Eigenwerbung zurück: „Es ist doch mein Job, da zu sein, wenn ich gebraucht werde.“

Weil Drobny als zweiter Mann keinen Stunk macht und in der Mannschaft beliebt ist, würde der Hamburger Trainer Thorsten Fink ihn gern behalten und Sportchef Frank Arnesen dazu bringen, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern. Fink sagt: „Es gibt immer wieder Spieler, die wichtig sind, obwohl sie nicht immer spielen – Drobo ist ein Paradebeispiel dafür.“ Wenn da nicht Drobnys üppiges Gehalt von 1,7 Millionen Euro wäre, der HSV hätte wohl längst mit ihm verlängert. So wird er auf Geld verzichten müssen, wenn er in Hamburg bleiben will.

Am Sonntag sah es lange Zeit nicht so aus, als müsse sich Drobny auszeichnen. Bis zu Heiko Westermanns Tor in der 45. Minute passierte reichlich wenig. Nach der Pause drehte der VfL dann endlich  auf und wollte seine letzte Chance auf einen Platz im europäischen Wettbewerb nutzen. Zielstrebig spielte Wolfsburg plötzlich; der Doppelwechsel von Trainer Dieter Hecking – er brachte Dost und Persisic – zahlte sich aus. Doch als der VfL Mal um Mal an Drobny scheiterte und nicht mehr als Hasebes Ausgleichstreffer zustande brachte, war der HSV bei Sons Chance kurz vor Abpfiff dem Sieg nahe.

Ein Tor hätte den Spielverlauf aber auf den Kopf gestellt – der Rückstand auf Rang sechs und Freiburg ist gewachsen. So schlimm schien Fink das nicht zu finden: „Wir spielen eine gute Saison, haben 45 Punkte und wollen in den letzten beiden Spielen alles möglich machen.“ Selten war es so leicht wie in dieser Saison, sich für den Wettbewerb unterhalb der Champions League zu qualifizieren. Doch mit schöner Regelmäßigkeit verpasst es der HSV, die big points zu machen. Am Sonntag war mal wieder so ein Abend.


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