Hamburger SV : Arnesen will Thorsten Fink als neuen Trainer

Arnesens Wunschkandidat für den Trainerposten steht anscheinend fest: Thorsten Fink. Nun ist nur noch die Frage offen, zu wann Fink vom FC Basel zum HSV wechseln kann - der FC Basel soll entschädigt werden.

Frank Heike

Dem FC Basel kann gar nicht gefallen, was da gerade passiert. Heftig baggert der Hamburger SV in Person von Teamchef Frank Arnesen an Thorsten Fink, dem Trainer der Schweizer. Und nach Informationen der Agentur „dapd“ hat Arnesen seinen Wunschkandidaten für den Trainerposten auch schon weichgeklopft: Fink werde HSV-Trainer, meldete die Agentur, die Frage sei nur, wann. Auch von Fink selbst kamen Sätze, die kaum wie Dementis klangen. „Der HSV ist ein toller Klub und das Interesse des HSV eine Bestätigung meiner Arbeit“, sagte der 43 Jahre alte Fink der Schweizer Boulevardzeitung „Blick“.

Als Empfehlungsschreiben für ein Wirken in der Bundesliga hat der ehemalige Profi des FC Bayern München überzeugende Resultate in der Liga und in der Champions League mitgebracht – dort steht der FC Basel glänzend da und könnte sogar europäisch überwintern.

Der HSV könnte nun für Fink zum nächsten Karriereschritt in die Bundesliga werden. Dabei wurde Fink nach seinem Trainerdebüt in Ingolstadt von vielen bereits abgeschrieben. Dem Aufstieg in die Zweite Liga 2008 folgte schnell die Entlassung. 2009 trat er in Basel die Nachfolge von Christian Gross an. Mit Basel feierte er 2010 und 2011 die Meisterschaft. Verständlich also, dass Basels Vizepräsident Bernhard Heusler noch mauert. Er hatte dem HSV nach den Gesprächen vom Wochenende abgesagt, wohl wissend, dass sich Fink geschmeichelt fühlte, als Arnesens Wunschkandidat dazustehen. Fink soll Basel inzwischen gesagt haben, dass er wegwolle. Und wenn sich aufnehmender Verein und Trainer einig sind, hat der abgebende Verein meist keine Chance, noch etwas zu verhindern.

Bis 2013 läuft Finks Vertrag mit Basel, es geht dementsprechend wohl nur noch um die Ablösesumme. Siebenstellig dürfte sie werden. Schon vergangene Woche hatte Arnesen gesagt, dass eine Zahlung nicht im Wege stehen dürfe, sei der richtige Trainer gefunden. So sind die vorsichtigen Formulierungen Finks reine Höflichkeit: „Ich habe keinen Vertrag mit dem HSV geschlossen, es hat auch keinen per Handschlag gegeben.“ Erst wenn Rechtsanwalt Heusler am Donnerstag nach Basel zurückkehrt, soll in einer nächsten Gesprächsrunde mit Finks Berater Thomas Kroth und Arnesen festgezurrt werden, was schon so gut wie sicher erscheint. Die Frage wird dann sein, wann Fink nach Hamburg kommt. Sofort oder im Winter? Es dürfte eine Frage des Geldes sein.

Bis es so weit ist, stemmt sich Teamchef Arnesen auf dem Trainingsplatz gegen das Hamburger Wetter. In eine Regenjacke gehüllt, folgte er am Dienstag dem Üben der Profis. Mit den Händen auf dem Rücken überließ er seinen Assistenten Rodolfo Esteban Cardoso und Frank Heinemann die Arbeit. Der wichtigere Job steht für ihn am Donnerstag an, wenn er dem FC Basel den gefeierten Coach wegnehmen will.

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