Handball-WM : Frankreich siegt über Kroatien

Frankreich hat den Siegeszug der Kroaten bei der Handball-WM gestoppt und sich mit diesem Coup auf die erhoffte Revanche gegen Deutschland am Donnerstag eingestimmt.

Köln - Zur Überraschung der Experten setzte sich der Europameister im Viertelfinale mit 21:18 (10:9) gegen den bisher ungeschlagenen Turnierfavoriten und Olympiasieger durch. Beim Gipfeltreffen vor 19.000 Zuschauern am Dienstag in der Kölnarena sorgte Luc Abalo (8) für die meisten Treffer der Franzosen, die nun im Halbfinale am Donnerstag (17.30 Uhr) an gleicher Stätte erneut auf Hauptrunden-Gegner Deutschland treffen. Auch Kroatiens Superstar Ivano Balic konnte mit fünf Toren die erste Niederlage seines Teams im achten WM-Spiel nicht verhindern.

Unbeeindruckt von ihren zwei Schlappen im bisherigen Turnierverlauf traten die Franzosen bei der Neuauflage des WM-Halbfinales von 2005 erstaunlich couragiert auf. Dank einer guten Abwehrarbeit und den Glanzparaden von Thierry Omeyer (Kiel) fanden die hochgelobten Ballkünstler aus Kroatien wenige Stunden nach dem Sieg der Deutschen über Spanien an selber Stätte zunächst nur schwer ins Spiel. Bereits nach 17 Minuten lag der Europameister mit 7:4 vorn. Beim Ausbau dieser Führung kam ihm eine siebenminütige Behandlungspause für den angeschlagenen Balic zugute, der nach einem Zusammenprall mit Omeyer ärztlich versorgt werden musste.

Mannschaft mit den meisten Kraftreserven konnte sich durchsetzen

Auch nach der Rückkehr von Balic blieb der Olympiasieger lange Zeit den Nachweis seiner Spitzenklasse schuldig. Folgerichtig gingen die Franzosen mit einer 10:9-Führung in die Pause. Für die Kroaten machte sich das ersehnte Comeback von Davor Dominikovic nur bedingt bezahlt. Der Abwehrspezialist hatte fälschlicherweise unter Dopingverdacht gestanden und auf die bisherigen WM-Spiele verzichten müssen, weil seine Probe in einem spanischen Labor verwechselt worden war. Dominikovic sah in der 52. Minute nach grobem Foulspiel die Rote Karte.

Wie schon in der 1. Halbzeit kamen die Handball-Ästheten auch nach Wiederanpfiff nur bedingt auf ihre Kosten. Für die Highlights sorgten nicht die Angreifer, sondern beide Abwehrreihen und Torhüter. Spektakuläre Aktionen blieben angesichts des hohen Substanzverlustes auf beiden Seiten Mangelware. Deshalb setzte sich die Mannschaft mit den meisten Kraftreserven am Ende durch. Der Zwischenspurt der Franzosen zur 19:15-Führung in der 53. Minute sorgte letztendlich für die Vorentscheidung. Diesem Rückschlag hatten die Kroaten nichts mehr entgegen zu setzen. (tso/dpa)

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