Sport : Handballer besiegen Brasilien 30:23

Hartmut Moheit[Sousse]

Ein trauriger Pascal Hens verabschiedete sich gestern Nachmittag in Tunesien von seinen Teamkollegen. Während sich die deutschen Handballer bei der WM auf den Weg zu ihrem zweiten Gruppenspiel machten, musste der lange Hamburger wegen eines Muskelfaserrisses mit einer dicken Bandage um die rechte Wade im Hotel das Bett hüten. Nicht einmal im Fernsehen konnte Hens den 30:23 (17:11)-Erfolg gegen Brasilien miterleben, weil das DSF, das über die WM berichtet, dort nicht zu empfangen ist.

Während sich Hens seelisch bereits auf seinen heutigen Rückflug nach Deutschland einstellen musste, hatte das Team von Bundestrainer Heiner Brand gegen die Südamerikaner stärkeren Widerstand zu überwinden als erwartet. Nach dem Auftaktsieg gegen Ägypten (28:25) hatte Kapitän Florian Kehrmann für das Spiel gegen den vermeintlich leichteren Gegner Brasilien die Richtung vorgegeben: „Wir spielen mit Power, es gibt nichts zu verschenken.“ Jeder orientierte sich zunächst auch an diesen Worten, vor allem Kehrmann selbst. Bis zur 20. Minute hatte der Routinier aus Lemgo schon sechs Treffer erzielt. Zu diesem Zeitpunkt führte Deutschland 14:7. Als Ersatz für Hens spielte meist Frank von Behren im linken Rückraum.

Doch nach 20 Minuten konnte Brand nicht mehr zufrieden sein, denn im Angriff unterliefen seinen Spielern zu viele Fehler. Schlecht platzierte Würfe und viele technische Fehler verärgerten ihn. „Ich will in jedem Spiel eine Steigerung sehen", sagte er nach der Partie barsch. „Nach dem schweren Spiel gegen Ägypten mangelte es aber gegen einen vermeintlich leichten Gegner an Kampfgeist.“ Deutschland führte zur Halbzeit zwar 17:11, doch der Vorsprung hätte viel höher sein müssen.

Das ohnehin nur mittelmäßige Spiel verlor noch weiter an Niveau. Was die Deutschen boten, wurde zunehmend blamabler. Beim 19:22 (50.) und 21:24 (54.) hatten die Brasilianer sogar noch eine Siegchance. Heiner Brand wirkte wegen dieser zweiten Halbzeit etwas ratlos. Seine Ansprache an die Mannschaft war entsprechend intensiv. Denn mit so seiner Leistung wird sich sein Team gegen Norwegen und Serbien-Montenegro kaum durchsetzen können. Pascal Hens wird noch sehr vermisst werden.

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