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Hannover - Gladbach 2:1 : Gladbach zeigt Nerven

Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um Platz drei einen Dämpfer bekommen. Gegen Hannover, das unter der Woche noch in der Europa League antreten musste, verlieren die Gladbacher 1:2.

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Gladbach strauchelt, Hannover marschiert weiter. Hier setzt sich Emmanuel Pogatetz (r.) gegen Igor de Camargo durch.
Gladbach strauchelt, Hannover marschiert weiter. Hier setzt sich Emmanuel Pogatetz (r.) gegen Igor de Camargo durch.Foto: dpa

Sein Kopfball in der 77. Minute beseitige die letzten Zweifel. Und es ist erstaunlich, mit welcher Konstanz Mame Diouf seinen Job als Torjäger bei Hannover 96 verrichtet. Der Senegalese köpfte die Niedersachsen zu einem 2:1 (0:0)-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach, der insgesamt verdient war. Denn Hannover war die kämpferisch bessere Mannschaft und schon durch Didier Ya Konan (56.), der einen verunglückten Schuss von Konstatin Rausch verwerten konnte, mit 1:0 in Führung gegangen. Beide Treffer waren schön anzusehen und belohnten einen Kraftakt, nach dem Hannover 96 im eigenen Stadion in dieser Saison weiter ungeschlagen ist.

Es mag gemein klingen, aber das mit Spannung erwartete Duell der Emporkömmlinge in der Fußball-Bundesliga entpuppte sich zunächst als müder Wettlauf der Ausgelaugten. Das Team von Borussia Mönchengladbach wirkt seit der bitteren Niederlage im Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern München angeschlagen. Vor allem an Torjäger Marco Reus lässt sich ablesen, dass der Zauber der vergangenen Monate ein wenig verflogen ist. Der Nationalspieler schafft es nicht mehr, seinen Kontrahenten einfach so und rotzfrech davonzurennen. Auch im Gastspiel bei Hannover 96 fehlte ihm wieder ein großes Stück seiner Leichtigkeit, die ihn in dieser Saison schon so häufig ausgezeichnet hat.

Vielleicht ist es eine Frage der Kraft, dass sich die Gladbacher auf ihrem möglichen Weg bis in die Champions League derzeit so schwer tun. Vielleicht ereilt sie aber ein ähnliches Schicksal wie Hannover 96 im Vorjahr. Die Niedersachsen hätten ihren Höhenflug während der Vorsaison auch mit dem Einzug in die Königsklasse krönen können, waren in der entscheidenden Saisonphase allerdings irgendwie blockiert.

Dass Hannover 96 den Gladbachern beim Reifeprozess von einem Abstiegskandidaten zu einem bestaunten Team ein Jahr voraus ist, wurde gestern deutlich. Eher weniger schön spielen und trotzdem gewinnen – 96-Trainer Mirko Slomka durfte sich gestern darüber freuen, dass sich seine Mannschaft regelrecht durchgebissen hat. Die Niedersachsen bleiben nach sehenswerten Auftritten in der Europa League, in der am Donnerstag (21.05 Uhr) im Heimspiel gegen Atletico Madrid der Einzug ins Halbfinale möglich ist, auch im Liga-Alltag erfolgreich. „Das ist alles schon ein bisschen kräfteraubend. Aber es macht auch Spaß, am Donnerstag und Samstag zu spielen“, versichert Sergio Pinto, der Mann für die harten Zweikämpfe. Gegen die taktisch klug agierenden Gladbacher mühte sich der Portugiese wie gewohnt. Woher die 96-Profis ihre Kraft nehmen, um so häufig zu glänzen und daheim immer noch ungeschlagen zu sein, bleibt wohl weiter das Geheimnis von  Trainer Slomka.

49.000 fröstelnde Zuschauer sahen eine Begegnung, in der zwei der besten deutschen Torhüter viele gute Szenen hatten. Während 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler den Sprung in die Nationalmannschaft schon geschafft hat, möchte Gladbachs Marc-Andre ter Stegen noch auf seine Beförderung vom U21-Team in die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw. Im gestrigen Duell der beiden hochbegabten Ballfänger musste sich ter Stegen als Verlierer fühlen, obwohl er lange Zeit mehr Souveränität als Zieler ausstrahlte.

Bei den Treffern von Ya Konan und Diouf hatte der Gladbacher Schlussmann das Nachsehen, beim ersten reklamierte er zu Unrecht auf Abseits. Beim zweiten blieb er chancenlos. Im Kampf um den Einzug in die Champions League, den ter Stegen so gerne möglich machen möchte, kam der Gladbacher Anschlusstreffer durch Havard Nordtveit in der 78. Minute zu spät. Hannover brachte den Vorsprung souverän über die Zeit.

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