Hannover - Nürnberg 1:0 : Abdellaoue trifft, Diouf kommt

Doppelte Freude bei Hannover 96: Die Niedersachsen haben mit dem 1:0-Sieg gegen Nürnberg die Negativserie von acht sieglosen Spielen beendet. Am Samstag haben sie zudem Mame Biram Diouf von Manchester United verpflichtet.

Der Hannoveraner Mohammed Abdellaoue (links) sorgte für den umjubelten Siegtreffer.
Der Hannoveraner Mohammed Abdellaoue (links) sorgte für den umjubelten Siegtreffer.Foto: dpa

Jörg Schmadtke hätte die vorbereiteten Vertragspapiere seinem Wunschstürmer Mame Biram Diouf in der Halbzeitpause vorlegen sollen: Unterschrift hier. Der Senegalese hätte unterzeichnet. Ganz sicher. So stark präsentierte sich Hannover 96 in den ersten 45 Minuten beim 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg zum Auftakt des 19. Spieltages in der Fußball-Bundesliga am Freitag. Es hat dann aber doch bis Samstagmittag gedauert, ehe die 96er auf ihrer Webseite Vollzug vermelden konnten: Diouf kommt nach Hannover, ausgestattet mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Laut „Bild“-Zeitung lässt sich der Bundesligist die Dienste des dreimaligen senegalesischen Nationalstürmers von Manchester United 1,8 Millionen kosten.

Aber wie hoch die Ablösesumme auch immer gewesen sein mag: „Ich bin froh, dass wir mit Mame Diouf eine zusätzliche Alternative für den Angriff haben“, stellte Hannovers Coach Mirko Slomka fest. „Für uns wird es nun darum gehen, ihn schnell zu integrieren, damit er uns bei den bevorstehenden Aufgaben in der Bundesliga und in der Europa League helfen kann.“ Der 24 Jahre alte Senegalese ist der Wunschstürmer von Sportdirektor Schmadtke. Ein Mann aus dem Reserveteam von Manchester United ohne Premier-League-Einsatz. Aber mit einem guten Ruf aus seiner Zeit beim norwegischen Spitzenklub Molde FK, für den er drei Jahre bis Ende 2009 spielte. „Ich kenne ihn aus Norwegen, ein guter Spieler“, sagte Mohammed Abdellaoue.

Abdellaoue kann in vorderster Front sicher Entlastung brauchen, auch wenn der norwegische Nationalspieler beim ersten 96-Sieg nach acht vergeblichen Anläufen in der Bundesliga wieder der entscheidende Mann war. In der 18. Minute verwertete er eine Flanke von Lars Stindl erstklassig zum Siegtreffer. „Abdellaoue hat die Effektivität, die uns fehlt“, ärgerte sich Nürnbergs Trainer Dieter Hecking, „die Niederlage war ärgerlich, wir hätten etwas mitnehmen können.“ Die Gäste fanden in der ersten Halbzeit überhaupt nicht statt und konnten froh sein, dass sie nur einen Gegentreffer kassierten, nach der Pause hatten sie wesentlich mehr Spielanteile. „Wir hatten kaum eine Chance, den Ausgleich zu erzielen, obwohl unser Auftritt in der zweiten Hälfte deutlich besser aussah“, kritisierte Kapitän Rafael Schäfer seine Vorderleute, „mit einem Sieg hätten wir uns viel Druck für die nächsten Aufgaben nehmen können.“

So bleiben die Franken gefährlich nahe der Abstiegszone, während Hannover als Siebter den Anschluss an die Europa-League-Plätze gehalten hat. Dementsprechend gut gelaunt war Klubchef Martin Kind: „Unsere Situation ist stabil, wir können jetzt entspannt anschauen, was die anderen am Wochenende machen.“ Erst recht, nachdem der Wechsel von Diouf in trockene Tücher gebracht worden ist. Denn warum Diouf als teilweise etwas wankelmütig gilt, zeigte der Stürmer bei seiner Hochzeit Anfang Juli 2011: Vor dem Gang zum Standesamt war er für mehrere Tage unauffindbar verschwunden. (dapd)

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