Sport : Hansa Rostock - Borussia Dortmund: Nur den Killerinstinkt vermisst Sammer

Eine Halbzeit gezaubert, die Generalprobe für die Qualifikation zur Champions League mit Bravour absolviert und mit dem vierten Sieg ohne Gegentor einen neuen Bundesliga-Startrekord aufgestellt: Selbst der notorisch kritische Coach Matthias Sammer vom Tabellenführer Borussia Dortmund war positiv gestimmt. Für seine Profis gab es nach dem ungefährdeten 2:0 (2:0)-Sieg bei Hansa Rostock zunächst einen Klapps auf den Po und anschließend lobende Worte.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de "Wir haben von Anfang an gezeigt, wer das Spiel bestimmen, wer aggressiv auftreten und die Tore schießen will. Wir haben 45 Minuten hervorragenden Fußball gespielt", sagte Sammer und strich damit die positiven Aspekte heraus. Doch Sammer wäre nicht Sammer, hätte er nicht gleich relativiert. "Wenn wir den Killerinstinkt bewiesen hätten, hätten wir das 3:0 gemacht und nicht bis zur 90. Minute gezittert. In der zweiten Halbzeit haben wir alles verloren, was eine Spitzenmannschaft auszeichnet", bemängelte der Ex-Profi.

Aber irgendwie zählten diese leichten Schwächen nicht so sehr. Sammer verwies auf die Müdigkeit der Nationalspieler und das Qualifikations-Rückspiel am Mittwoch gegen Schachtjor Donezk (Hinspiel 2:0). "Auch wenn die zweite Halbzeit nicht gut war, sind wir sehr zufrieden", sagte Sammer als Schlusswort zum Sieg durch die Tore vom erneut überragenden Tomas Rosicky und Sunday Oliseh nach einem von Rosicky getretenen Eckball.

Nationaltorhüter Jens Lehmann bewies nach dem Schlusspfiff, dass Sammers Understatement längst Früchte getragen hat. "Wir haben jetzt erst einmal ein ganz schweres Spiel am Mittwoch, die waren schon in Donezk ganz stark", erklärte der Schlussmann, der nun seit fünf Pflichtspielen unüberwunden ist. Erst viel später könne man sehen, wohin die Reise gehe: "Wir stehen auf Platz eins und wollen weiter oben bleiben. Ob wir Meister werden können, wird man erst wenige Spieltage vor Schluss sehen."

Mit solchen Luxus-Problemen braucht sich Hansa, das in der ersten Halbzeit brav wie ein Amateurklub agierte, nicht zu beschäftigen. "Wie wir in der zweiten Halbzeit gefightet haben, wie wir mit Risiko versucht haben, das Spiel noch rumzureißen, das lässt hoffen", machte sich Trainer Friedhelm Funkel vor dem Nachholespiel am Dienstag bei Schalke 04 vor allem selbst Mut.

"Wir sind nicht in Erfurcht erstarrt. Das war die Klasse von Dortmund. Das ist schließlich nicht Kleinkleckersdorf, sondern die derzeit stärkste Mannschaft in Deutschland", meinte Funkel. Zudem habe Schiedsrichter Hermann Albrecht (Kaufbeuren) sein Übriges getan, um die Sache zu entscheiden: "Er hat schlecht und immer gegen uns gepfiffen. Wenn die Großen schon so bevorzugt werden, braucht Dortmund keine Angst mehr zu haben, Spiele zu verlieren."

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