Sport : Hansa Rostock - Leverkusen: Viel zu schnelle Rennfahrer

Trainer Klaus Toppmöller scheint die Stars von Bayer Leverkusen wachgerüttelt zu haben. Optimale Punktausbeute, Selbstvertrauen vor dem Duell mit Bayern München getankt und erfrischende Spielfreude präsentiert - das noch vor wenigen Wochen unter Berti Vogts so konfuse Starensemble hat alle Beklemmungen abgelegt. Nach drei Niederlagen in Folge gegen Hansa Rostock widerlegte Leverkusen mit einem hoch verdienten 3:0 (1:0)-Sieg im Ostseestadion jegliches Gerede vom Angstgegner Hansa und bewies seine glänzende Frühform.

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Online-Umfrage: Gucken Sie Bundesliga zukünftig lieber auf Premiere? "Wir wollten von der ersten Minute an den Sieg erzwingen", erklärte Toppmöller. Und diesen Willen untermauerte die Mannschaft mit viel Einsatz und spielerischer Qualität. Mit schnellem Kombinationsspiel überrumpelte Bayer die Gastgeber immer wieder und nutzte die Gelegenheiten eiskalt. Yildiray Bastürk erzielte früh die Führung, Ulf Kirsten mit seinem 171. Bundesliga-Treffer und Zoltan Sebescen mit einem Schuss in den Winkel sorgten mit ihren Toren bei heftigem Gewitterrregen für die Entscheidung.

Besonders beeindruckt waren Bayers Verantwortliche jedoch nicht. "Wir müssen noch viel lernen. Das Pressing muss erst noch in Fleisch und Blut übergehen", meinte Toppmöller. Währenddessen beklagte Manager Calmund vier Tage vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel bei Roter Stern Belgrad das Verletzungspech. Neuester Rekonvaleszent ist der Brasilianer Ze Roberto, der einen Jochbeinbruch erlitt und etwa vier Wochen pausieren wird. "Zusammen mit Ballack, Rink und Berbatow fehlen uns damit zu diesem frühen Zeitpunkt schon wieder vier Nationalspieler", sagte Calmund.

Doch der neue Mannschaftsgeist bei Bayer dürfte auch solchen Widrigkeiten gewachsen sein. "Wir haben viel Spaß und Disziplin", beschrieb der starke Bastürk seinen Übungsleiter. Nachdem die Bayer-Akteure sich unter der Woche als Rennfahrer auf dem Nürburgring versucht hatten, waren sie dem Gegner auf dem Rasen in jeglicher Hinsicht voraus. Torschütze Sebescen, der vom VfL Wolfsburg nach Leverkusen kam, lobte die Motivationshilfen des Trainers: "Er bringt den unbedingten Siegeswillen mit und impft uns diesen ein."

In die Lobeshymnen auf den Neuen stimmte auch Kollege Friedhelm Funkel ein: "Heute stand eine ganz andere Bayer-Mannschaft als im letzten Jahr auf dem Platz. Es ist erstaunlich, was der Trainer in so kurzer Zeit bewegt hat." Der Blick auf sein eigenes Team, das die "Heimpremiere" im für 55 Millionen Mark umgebauten Ostseestadion gründlich verpatzte, ließ ihn dennoch nicht verzweifeln. "Wir müssen gegen andere Mannschaften unsere Punkte holen. Leverkusen war heute zu stark. Das Team wollte, aber konnte nicht", analysierte Funkel.

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