Sport : Hattrick made in USA

Eisbären siegen 4:1 in Nürnberg

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Nürnberg (Tsp). Rund 200 Fans feierten am Sonntag in der Nürnberger Arena den kommenden Meister der Deutschen EishockeyLiga (DEL). Und dies war aus Sicht der Nürnberg Ice Tigers wenig erfreulich. Schließlich kam die fröhliche und sangesfreudige Delegation aus Berlin. Natürlich, Meister sind die Eisbären nach nur 15 Spieltagen in der DEL noch nicht. Aber immerhin sorgten die Berliner gestern für die erste Heimniederlage der Franken und gewannen mit 4:1 (2:0, 0:0, 2:1).

Sechs Mal hatten die Ice Tigers in dieser Saison bereits daheim gewonnen. Dass diese Serie am Sonntag vor 5480 Zuschauern Geschichte wurde, lag an den souveränen Berlinern. Die Eisbären warteten geduldig darauf, bis sich der Gegner zu Ausflügen auf die Strafbank hinreißen ließ. Gegen Ende des ersten Drittels war es dann auch so weit: Terry Yake musste das Eis verlassen, wenig später dezimierten sich die Ice Tigers durch einen Wechselfehler weiter. Drei Nürnberger gegen fünf Berliner - das konnte nicht gut gehen. Schließlich führen die Eisbären mit der erstaunlichen Erfolgsquote von 33 Prozent die Überzahl-Statistik in der DEL an.

Gestern war es Keith Aldridge, der dafür sorgte, dass die Berliner Quote im Powerplay noch beeindruckender wurde. Zwei Schlagschüsse des amerikanischen Verteidigers in Diensten der Eisbären brachten den Berlinern binnen 111 Sekunden eine komfortable 2:0-Führung. Beim ersten Tor von Aldridge hatte Marc Seliger keine Abwehrchance, beim zweiten Treffer sah der Nationaltorhüter aus Nürnberg unglücklich aus. Der Puck rutschte ihm durch die Schoner.

Noch nie haben die Berliner nach einer Führung im ersten Drittel in dieser Saison ein Spiel verloren. Insofern war es wenig verwunderlich, dass die Ice Tigers nach 20 Minuten frustriert wirkten. „Durch zwei Fehler haben wir die Tore bekommen“, sagte Nürnbergs Stürmer Thomas Schinko. „Unsere Schuld. Da müssen wir jetzt hinterherradeln.“ Nun, es ging auch ohne Fahrrad, sondern ganz regelkonform auf Schlittschuhen: Nürnberg wurde im zweiten Drittel stärker.

Die Berliner bekamen Probleme – und ihr Torwart Oliver Jonas bekam immer mehr zu tun. In der 48. Minute war Jonas schließlich machtlos. Nach einem Konter gelang Anderson der Anschlusstreffer für Nürnberg. Die Berliner ließen sich allerdings nicht irritieren, sondern suchten die Entscheidung. Es fehlte nicht viel, dass Aldridge sein drittes Tor bejubelt hätte: Rob Shearer fälschte den Schlagschuss des US-Amerikaners aber noch ins Nürnberger Tor ab.

In den Schlusssekunden – Seliger hatte das Eis für einen sechsten Feldspielers verlassen – gelang Kelly Fairchild noch das 4:1. Das war zwar kein Hattrick für Aldridge – aber immerhin ein amerikanischer Hattrick: Fairchild kommt wie Aldridge aus den USA. Der auffälligste Spieler der Eisbären wollte seine gute Leistung indes nicht überbewertet sehen. „Den anderen Verteidigern bei uns sind doch auch schon viele Tore gelungen“, sagte Aldridge. Und wie stand es mit den unüberhörbaren Titelgesängen der Eisbären-Fans in der Nürnberger Arena? „Über die Meisterschaft müssen wir noch nicht sprechen“, sagte Aldridge. „Vier oder fünf andere Teams reden da auch noch ein Wort mit.“ Da liegt er wohl richtig. Und bei einem der anderen Titelfavoriten müssen die Berliner Freitag antreten – bei den Kölner Haien.

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