Sport : Hauptsache Bundestrainer

Claus Vetter

begrüßt, dass Greg Poss nicht mehr Vereinstrainer sein will Greg Poss hat ein prominentes Vorbild: Gerhard Schröder. Der Bundeskanzler trennte sich von seinem Nebenjob als Parteivorsitzender der SPD, verließ also seinen Vereinsposten, um sich ganz auf seine nationale Aufgabe konzentrieren zu können. Der Eishockey-Bundestrainer hat es ihm nachgemacht. Er arbeitet nach der Saison nicht mehr als Trainer des DEL-Klubs Nürnberg Ice Tigers. Poss ist dann nur noch Bundestrainer.

Poss’ Vorbild ist folglich nicht Hans Zach. Der hatte sich schließlich sechs Jahre lang um Klub und Nationalmannschaft gekümmert. Für die Sportart Eishockey sprach das nicht. Wer würde es schon gern sehen, wenn Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann nebenbei noch den VfB Stuttgart betreuen würde? Da würde sich jeder andere Verein sofort benachteiligt fühlen. So erging es Poss in den vergangenen Wochen. Da beschwerten sich Klubtrainer über ihn. Mit abenteuerlichen Argumenten, etwa: „Meine Spieler sind nach Spielen im Nationalteam fix und fertig, während der seine Nürnberger schont.“ Und mit guten Argumenten: Zeit zur Beobachtung von talentierten Spielern habe Greg Poss als Vereinstrainer nicht.

Das ist bald vorbei. Poss will etwas aufbauen im Eishockey, ein Nationalteam, das aus dem Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit verschwunden ist, aufpolieren. Dafür ist Professionalität nötig. Poss hat sie im deutschen Eishockey mit seiner Entscheidung erhöht: Das Amt des Bundestrainers ist kein Nebenjob mehr. Die SPD kann man auch nicht nebenbei führen.

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