Sport : Heiß auf dem Eis

Die Eisbären zeigten beim Sieg gegen Hannover gute Frühform

Mathias Klappenbach

Berlin. Darryl Shannon war noch müde. Der neue Verteidiger war erst am Sonntagmorgen in Berlin eingetroffen. Der 35-jährige Eishockey-Routinier, der in der vergangenen Saison für die Krefeld Pinguine spielte, saß wegen des Stromausfalls in Amerika in Toronto fest. Die Stimmung zur Saisoneröffnung rund um den Wellblechpalast war trotzdem gut, 2000 Fans gingen aus der Sonne in die ebenfalls warme Halle, um das 7:5 (5:1, 2:1, 0:3) im Testspiel gegen die Hannover Scorpions mitzuerleben. Vor der Partie dichtete Sänger P. R. Kantate seinen Sommerhit „Görli, Görli“ in „Welli, Welli“ um, danach zeigten die Eisbären, wie sie in der in drei Wochen beginnenden Saison im Wellblechpalast agieren wollen.

Nach Hannovers Führung übernahmen die Berliner das Kommando, die Treffer von Roberts, Shearer, Beaufait, Corriveau und Barta ließen die Fans nach dem ersten Drittel auf einen Kantersieg hoffen. Doch die Gäste kamen besser ins Spiel. „Hannover ist technisch stärker als in der vergangenen Saison“, analysierte Eisbären-Trainer Pierre Pagé. Das zweite Drittel mit zwei Eisbären-Treffern von Florian Keller verlief ausgeglichen, im letzten Abschnitt kassierten die Berliner vier Minuten vor Schluss noch zwei Treffer in Unterzahl. „Wir hatten zu viele Strafen“, bemängelte Pagé. Vor allem die jungen Spieler hätten da noch einiges zu lernen.

Micki DuPont, der neue Verteidiger, ist erst 23 Jahre alt. Dafür kann er schon einige Einsätze in der nordamerikanischen Profiliga NHL vorweisen. Bei seinem Debüt am vergangenen Freitag in Hannover, als die Eisbären 4:1 siegten, musste er sich im neuen Team noch einspielen. Gestern war er schon besser integriert, spielte mit Ricard Persson in der ersten Verteidigungsreihe und glänzte mit guten Pässen. Rich Parent, der aus Kassel gekommene neue Torwart, hatte seinen Einstand ebenfalls am Freitag gegeben. Parent soll das Erbe des nach Mannheim gewechselten Richard Shulmistra antreten, diesmal saß er aber auf der Bank. Für ihn stand Oliver Jonas zwischen den Pfosten. „Wir haben zwei gute Torhüter. Ich weiß noch nicht, wer Nummer eins sein wird“, sagte Pagé. Der Trainer sieht eher im Sturm noch Handlungsbedarf. Zumal sich vor der Testspielreise nach Schweden der junge Angreifer Martin Hoffmann einen Finger an der linken Hand brach. Er fällt sechs Wochen aus.

Darryl Shannon hat bis zur Reise nach Schweden sicher ausgeschlafen und das Training aufgenommen. Der Kanadier wollte seine Karriere eigentlich beenden und ist noch nicht topfit. Auch die anderen Spieler der Eisbären können bis zum Saisonstart am 5. September noch üben, wie man länger als ein Drittel schönes Offensiv-Eishockey spielt.

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