Sport : Helau gegen Alaaf

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Lorenz Maroldt über den

Mainzer Karnevalsgipfel

Jede Menge Blechfässchen mit Kölsch rollten die viertausend FCFans am Montag nach Mainz zum Zweitligaspiel; die Kölner Verteidiger Thomas Cichon und Carsten Cullmann schienen auf dem Weg auch den einen oder anderen Schluck genommen zu haben. Sie waren jedenfalls ziemlich neben der Kappe. Aber kam es darauf an?

Einige Fanklubs aus Köln hatten sich, da es ja erstens Fortuna Düsseldorf fast nicht mehr gibt und zweitens die Zeit bis zum 11.11. nun doch ein bisschen lang wird, bereits im öden Oktober mit den Mainzern zum „Karnevalsgipfel“ im Stadion am Bruchweg verabredet. Die damit überforderte ortsansässige Rhein-Zeitung erwartete, wie sie ihren Lesern im Lokalaufmacher warnend mitteilte, vor allem eins: Chaos. Dabei waren die Regeln eigentlich klar: Die Fans beider Mannschaften verständigten sich auf je zwei bekannte Stücke heimischen Liedguts, die sie, möglichst laut, nicht unbedingt im Takt, gerne auch schön schräg, zum Vortrag bringen wollten. Von Kölner Seite wurde dargeboten: „En unserem Veedel“ und „Denn wenn et Trömmelche jeht“, letzteres vor allem wegen des Refrains „Kölle Alaaf“, denn zu erwarten war, dass die Mainzer irgendetwas mit Helau bringen würden. So kam es.

Nun war es aber so, dass die Mainzer ihren Text entweder vergessen oder gar nicht erst gelernt hatten, vielleicht nuschelten sie auch nur schrecklich, oder das Pfälzische an sich ist so unverständlich; jedenfalls war bis auf eben dieses „Helau“ nicht viel zu verstehen, wohl auch, weil 4000 Kölner eben lauter sind als 14 000 Mainzer. So endete das Spiel selbst zwar unentschieden, der Karnevalsgipfel insgesamt aber hatte einen Sieger: den 1. FC Köln. Aber kam es darauf an?

Natürlich nicht. So zogen sie also wild schunkelnd von dannen, die Rot-Weißen aus Mainz und die Rot-Weißen aus Köln, friedlich, fröhlich und ein Lied auf den Lippen, dessen Refrain sie dann doch noch einte: Wir sind nur ein Karnevalsverein, Karnevalsverein . . .

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