Update

Hertha - Aalen 2:0 : Hertha siegt zum dritten Mal in Folge

Hertha bleibt zu Hause im Soll und holt den zweiten Heimsieg der Saison. Beim 2:0-Sieg über den VfR Aalen tun sich die Berliner aber über weite Strecken schwer.

von
Herthas Spieler jubeln über den Kopfballtreffer von Adrian Ramos zum 1:0.Alle Bilder anzeigen
16.09.2012 14:39Herthas Spieler jubeln über den Kopfballtreffer von Adrian Ramos zum 1:0.

Maik Franz und Peter Niemeyer wurden ihrer Aufgabe als Führungsspieler vollauf gerecht. Sie wedelten mit den Armen und trieben ihre Kollegen an, bis auch der letzte sich zur Jubelrunde eingefunden hatte. In ihrer Mitte stand Adrian Ramos, der Rummel und die exzessiven Liebkosungen schienen ihm ein wenig peinlich zu sein. Die Arme hingen schlaff an seinem Körper herunter, jubeln wollte der Bejubelte nicht so richtig – obwohl er mit dem Kopfballtreffer zum 1:0, seinem ersten Pflichtspieltor für Hertha BSC seit dem 24. März, einen wichtigen Beitrag zum 2:0 (0:0)-Erfolg des Berliner Fußball-Zweitligisten geleistet hatte.

Der dritte Sieg in Folge, der höchste der Saison und der erste ohne Gegentor. Den Zahlen nach war es ein schöner Nachmittag, den die meisten der 34.712 Zuschauer im Olympiastadion erlebten. In Wirklichkeit aber erwies sich das Spiel als eher zähe Angelegenheit. Dass der Führungstreffer aus einer Ecke resultierte, kam nicht von ungefähr. Das 2:0 „klingt deutlicher als es war“, sagte Aalens Trainer Ralph Hasenhüttl über das Endergebnis, das Ronny mit seinem dritten Saisontor in der Schlussminute perfekt machte. „Wir haben uns lange richtig ordentlich verkauft.“ Allein, es nützte nichts.

„Mit der Leidenschaft vom Derbysieg, hab ick meene Hertha lieb“, stand vor dem Anpfiff auf einem Transparent der Hertha-Fans in der Ostkurve. Die Beziehungspflege vonseiten der Profis stieß beim Anhang aber nicht auf einhellige Begeisterung. Kurz vor der Pause war aus der Kurve die Aufforderung „Kämpfen, Hertha, kämpfen!“ zu hören. Doch dem Team von Jos Luhukay fehlte es weniger an Leidenschaft als an einer Idee gegen die aufmerksam und entschlossen verteidigenden Aalener, die noch nie vor derart vielen Zuschauern Fußball gespielt hatten.

Hertha attackierte zu Beginn zwar früh, brachte die Aufbauspieler des VfR dadurch immer wieder in Verlegenheit. Doch es zeigte sich schnell, dass das Problem derzeit nicht das Spiel gegen den Ball ist, sondern das mit dem Ball. Spielerisch ging wenig. Allzu viele Chancen sprangen für die Berliner bis zur Pause nicht heraus, auch wenn sie nach einem Foul an Sami Allagui einen Elfmeter hätten bekommen können. Der Ausfall von Peer Kluge, dem Strukturspieler in Herthas Mannschaft, machte sich negativ bemerkbar: Ein durchdachtes Aufbauspiel fand selten statt, gerade im Mittelfeld fehlte es deutlich an Struktur. Oft flog der Ball hoch und weit aus der Abwehr Richtung Sturm – Gefahr entstand dadurch kaum.

Seite 1 von 2 Artikel auf einer Seite lesen

26 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben