Hertha BSC - Bayer Leverkusen 0:1 : Hertha scheitert an der Effizienz

Am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga unterliegt Hertha BSC in einer ausgeglichenen Begegnung dem Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen knapp mit 0:1, weil die Gäste den Berlinern eines voraus haben: Effizienz vor dem Tor.

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Herthas Neuzugang Hajime Hosogai traf gegen bayer Leverkusen auf seinen Ex-Verein.
Herthas Neuzugang Hajime Hosogai traf gegen bayer Leverkusen auf seinen Ex-Verein.Foto: afp

Wenn man sich den Werdegang von Hertha BSC und Bayer Leverkusen in der jüngeren Vergangenheit ansieht, grenzt es schon fast an ein Wunder, dass die Berliner zuletzt so etwas wie ein Angstgegner für die Leverkusener waren: Ein stabiler Spitzenklub der Fußball-Bundesliga auf der einen, ein Wanderer zwischen den Ligen auf der anderen – und trotzdem hatte Hertha seit ziemlich genau sechs Jahren und in insgesamt sieben Spielen nicht mehr gegen den Champions-League-Teilnehmer verloren. Am 13. Bundesliga-Spieltag dieser Saison endete diese Serie. Trotz einer engagierten Leistung des Aufsteigers hieß es am Ende im Olympiastadion 1:0 (1:0) für die Gäste.

 Vor 47.419 Zuschauern war über weite Strecken kein gravierender Qualitätsunterschied zwischen den beiden Teams mit den unterschiedlichen Ambitionen festzustellen. Im Gegenteil: In einem eher mäßigen und von beiden Seiten ziemlich fahrig geführten Spiel hinterließ Hertha den insgesamt ansprechenderen Eindruck. Die Berliner, mit derselben Elf angetreten wie beim 3:2-Auswärtssieg in Hoffenheim, taten mehr, hatten ein Plus an Ballbesitz und spielten ein wenig stringenter nach vorne – ohne sich allzu klare Chancen zu erarbeiten. Der letzte Pass kam nicht an, die letzte Entschlossenheit fehlte. Ein Kopfball von Adrian Ramos genau in die Arme von Torhüter Bernd Leno war Herthas gefährlichste Annäherung ans Leverkusener Tor. 

Das war immer noch wesentlich mehr, als Bayer zunächst zustande brachten. Meistens misslang schon der vorletzte Pass – mindestens. Mit Herthas frühem und aggressivem Pressing kam der Tabellendritte der Bundesliga nicht zurecht, der Ball ging meist schon tief im Mittelfeld verloren. In einem aber waren die Gäste den Berlinern klar voraus: in der Effizienz vor dem Tor. Mit ihrem ersten klaren Angriff gingen sie durch Stefan Kießlings achten Saisontreffer in Führung. Ein wenig Glück war auch dabei, weil der Vorlagengeber Jens Hegeler knapp im Abseits gestanden hatte.

 Hegeler war schon nach zwei Minuten für den am Oberschenkel verletzten Nationalspieler Sidney Sam ins Spiel gekommen. Auch die zweite Chance für die Leverkusener unmittelbar vor der Pause, leitete er ein. Erst behauptete er den Ball gegen Johannes van den Bergh, dann  flankte er gefühlvoll an den langen Pfosten: Stefan Kießling legte den Ball in die Mitte ab, wo Gonzalo Castro die Hereingabe nur knapp verpasste. 

Herthas Trainer Jos Luhukay reagierte in der Pause und brachte zur zweiten Halbzeit Hany Mukhtar für Sami Allagui. Der 18-Jährige rückte ins Zentrum, Per Skjelbred übernahm Allaguis Position auf der rechten Außenbahn. Es dauerte knapp 20 Minuten, bis Hertha zu einer echten Chance kam. Nach einem langen Diagonalball von Peter Pekarik kam Tolga Cigerci im Leverkusener Strafraum frei zum Kopfball, Leno parierte jedoch glänzend; auf der anderen Seite scheiterte Heung-Min Son nur eine Minute später aus kurzer Distanz an Herthas Torhüter Thomas Kraft.

 Der kämpferische Einsatz der Berliner war erneut vorbildlich. In der zweiten Hälfte dominierte Hertha die Begegnung und zwang Leverkusen weit in die eigene Defensive, war damit aber auch anfällig für die bekannt gefährlichen Kontern der Leverkusener. Robbie Kruse lief Sekunden nach seiner Einwechslung allein auf Kraft zu, konnte Herthas Torhüter aber nicht überwinden.

 Luhukay brachte eine Viertelstunde vor Schluss Sandro Wagner und wenig später Ronny, um etwas mehr Wucht in Herthas Offensivspiel zu bringen. Doch auch diese Wechsel brachten nicht die erhoffte Wirkung. Wie schon gegen die Bayern und gegen Schalke lieferte Hertha auch den Leverkusenern ein offenes Duell, erwies sich Luhukays Mannschaft als nahezu gleichwertiger Gegner. Doch auch gegen den dritten Champions-League-Teilnehmer aus der Bundesliga stand am Ende eine Niederlage.

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