Update

Hertha BSC - Borussia Dortmund 0:4 : Kanone als Abschiedsgeschenk

Robert Lewandowski trifft zweimal bei Dortmunds 4:0-Sieg über Hertha und geht als Torschützenkönig. Der BVB bringt sich in Form für den letzten Termin der Saison.

von
Tor zum Abschied: Robert Lewandowski (r.) jubelt mit Mats Hummels und Milos Jojic.
Tor zum Abschied: Robert Lewandowski (r.) jubelt mit Mats Hummels und Milos Jojic.Foto: afp

Ganz am Ende, als das letzte Bundesligaspiel für ihn im Dortmunder Trikot gespielt war, ging Robert Lewandowski in die gelbe Kurve. Er tat das nicht mit leeren Händen. Der polnische Nationalstürmer schwenkte die unhandliche Torjägerkanone über seinem Kopf, die er sich mit zwei Toren beim lockeren 4:0 (2:0)-Sieg über Hertha BSC im ausverkauften Olympiastadion verdient hatte.

Vor allem sein Freistoßtor zum 3:0 in der Schlussphase trieb Jürgen Klopp das Staunen ins Gesicht. „Er übt seit vier Jahren Freistöße. Von den 8000, auf die er es im Training gebracht, waren vielleicht zwei drin“, sagte der Dortmunder Trainer. „Wie er das hier gemacht hat - cool.“

Der 34. Bundesliga-Spieltag in der Bildergalerie
Überragende Leistung gekrönt: Auch wenn es nicht erneut zum "Triple" gereicht hat - der FC Bayern München bestimmte die abgelaufene Bundesliga-Saison nach Belieben. Bereits im März stand der vorzeitige Titelgewinn fest - so früh wie noch nie. Im Abstiegskampf jedoch musste bis zuletzt gezittert werden...Weitere Bilder anzeigen
1 von 30Foto: dpa
10.05.2014 22:11Überragende Leistung gekrönt: Auch wenn es nicht erneut zum "Triple" gereicht hat - der FC Bayern München bestimmte die...

Ramos zu Beginn nur auf der Bank

Das Preis stiftende Fußball-Fachmagazin war auf alle Eventualitäten vorbereitet. Gleich drei Kanonen für den besten Torschützen lagen im Olympiastadion bereit. Neben Lewandowski (bis dahin 18 Tore) hatten auch Marco Reus (16) sowie Adrian Ramos (16) vom gastgebenden Berliner Bundesligisten Hertha BSC zumindest rechnerisch noch Aussicht auf diese nette Beigabe. Doch Jos Luhukay hatte sich eine kleine Überraschung ausgedacht. Herthas Trainer beließ seinen torgefährlichsten Stürmer in dessen Abschiedsspiel zunächst auf der Ersatzbank. Und mit ihm die verheißungsvollste Hoffnung auf ein achtbares Ergebnis.

Möglich, dass es an einer kleinen gesundheitlichen Schwächung unter der Woche lag, dass Luhukay den 28-Jährigen nicht gleich brachte. Oder hatte er womöglich Angst, Adrian Ramos würde gegen seinen künftigen Arbeitgeber im Abschluss allzu nachsichtig sein? Der Kolumbianer wird in Dortmund zusammen mit dem wohl vom FC Turin abgeworbenen Italiener Ciro Immobile Platzhalter Lewandowski zu ersetzen versuchen, der sich nach dem Pokalfinale am kommenden Wochenende zum FC Bayern absetzen wird.

Jojic entscheidet Spiel schon vor der Halbzeit

Aber zurück zur Kanone, nur darum ging es in Berlin noch, nachdem die sportliche Dramaturgie des Spiels nahe Null lag. Den Dortmundern reichten am Ende zweimal fünf helle Minuten, einmal kurz vor der Halbzeit, ein zweites Mal vor dem Schlusspfiff. Ansonsten wirkte ihr Tun lange wie eine bessere Trainingseinheit auf das bevorstehende Pokalfinale.
Wie gut, wenn man einen Vollstrecker wie Lewandowski in seinen Reihen hat, der auch mal aus dem Nichts oder aus dem Abseits heraus ein Tor machen kann. So geschehen fünf Minuten vor der Halbzeit, als er von der Strafraumgrenze seinen 19. Saisontreffer erzielte, was zu diesem Zeitpunkt die alleinige Führung in der Kanonenwertung vor Mario Mandzukic vom FC Bayern, der zeitgleich in München spielte, wo sich eine vierte Trophäe befand.

Doch in Berlin passierte mehr. Noch vor dem Pausenpfiff tanzte Milos Jojic Herthas Innenverteidiger John Brooks aus und erzielte mit einem Schlenzer ins lange Eck das 2:0 für die Gäste. Das Spiel war entschieden. Hertha war an diesem Nachmittag für die emotionalen Momente zuständig. Nach einer Stunde holte Luhukay den fast 37 Jahre alten Lewan Kobiaschwili vom Feld. Das Publikum spendete warmen Applaus, denn in diesem Moment ging eine lange Karriere nach 351 Bundesligaspielen für Freiburg, Schalke und eben Berlin zu Ende. Für den Georgier lief dann ein letztes Mal Adrian Ramos im Hertha-Trikot auf. Dessen große Chance nach einer Ecke vereitelte Torwart Romas Weidenfeller. In den Kampf um die Torjägerkanone konnte Ramos so nicht mehr eingreifen. Spätestens als sich Robert Lewandowski noch einmal den Ball zurechtlegte und den Freistoß direkt in den linken Winkel des Berliner Tores zirkelte, war die Frage nach dem besten Torschützen der Bundesliga beantwortet.

Autor

40 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben