Hertha BSC : In der Gewinnzone

Sportlich ist Hertha BSC weiterhin Mittelmaß, aber immerhin kommt Berlins Bundesligist wirtschaftlich etwas voran. Die Spielerverkäufe brachten ein Plus von 800.000 Euro.

Michael Rosentritt

Berlin -  Auf der heutigen Mitgliederversammlung kann die Vereinsspitze um Manager Dieter Hoeneß positive Ergebnisse verkünden. Nach Informationen des Tagesspiegels wird Hertha für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn ausweisen. Demnach hat Hertha zwischen dem 1. Juli 2006 und dem 30. Juni 2007 im operativen Geschäft ein Plus von 800 000 Euro nach Steuern erwirtschaftet. Eingeplant waren 2,2 Millionen Verlust – im Prinzip liegt Hertha also drei Millionen Euro über dem eigenen Plan. Das Ergebnis ist vor allem dem Konsolidierungskurs geschuldet, den sich der mit knapp 47 Millionen Euro verschuldete Klub auferlegt hat. So brachte der Verkauf von Marcelinho gut zwei Millionen Euro ein, der von Christopher Samba noch einmal 600 000 Euro.

Viele aktuelle Entwicklungen sind noch nicht berücksichtigt. Die Transfers des Sommers zählen erst für das nächste Geschäftsjahr. Insgesamt brachten die Verkäufe zahlreicher Spieler etwa zwölf Millionen Euro ein; so bezahlte Tottenham Hotspur gut 7,5 Millionen Euro für Kevin-Prince Boateng, für dessen Bruder Jerome gab der Hamburger SV 1,1 Millionen Euro aus. Auf der Gegenseite kostete Hertha der personelle Umbruch etwa acht Millionen Euro. Neben den Wunschspielern des neuen Schweizer Trainers Lucien Favre – zu ihnen zählen Fabian Lustenberger und Steve von Bergen – waren die beiden Brasilianer Lucio und André Lima am teuersten; Lima kostete 3,5 Millionen Euro. Herthas Personalkosten im laufenden Geschäftsjahr haben sich damit auf 27,5 Millionen Euro erhöht.

Im Frühjahr hatte Hertha von der Deutschen Fußball Liga (DFL) nur eine Lizenz unter Auflagen erhalten. Schließlich hatte der Klub seit 2002 im operativen Geschäft jeweils Millionenverluste gemacht. Dadurch wies der Klub ein Negativkapital von zehn Millionen Euro aus.

Eine neue Einnahmequelle hat sich Hertha durch die Ausgabe von Genussscheinen erschlossen. Ein Investor zeichnete im Sommer Papiere im Wert von vier Millionen Euro. Allerdings sagt die Klubspitze nicht, wer der Geldgeber ist. Das könnte heute im ICC zu kritischen Fragen führen. Ebenso wie die sportliche Situation. Michael Rosentritt

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben