Sport : Hertha BSC: Nun ist Fiedler die Nr. 1

Klaus Rocca

Mit dem Fußballspielen unterm Hallendach ist das so eine Sache. Der eine ist dabei in seinem Element, der andere ist strikt dagegen. Christian Fiedler, im Freien Dauerreservist, fiebert dem heute in Riesa beginnenden Hallenspektakel entgegen. Michael Preetz, Mannschaftskapitän von Hertha BSC, scheut dagegen die erhöhte Verletzungsgefahr und beschränkt sich in Riesa auf die Zuschauerrolle.

"Für Knie und Rücken wäre die Gefahr zu groß", sagt Preetz. Auch von der Statur her ist er mit seinen 192 Zentimetern Körperlänge nicht gerade für das Spiel auf dem kleinen Feld prädestiniert. Preetz ist in guter Gesellschaft. Auch Rehmer, Beinlich, Tretschok, Wosz, van Burik, Alves und Kiraly fehlen in Risa. "Ali Daei und Kostas Konstantinidis kommen nur im Notfall zum Einsatz", sagt Trainer Jürgen Röber. Einer, der gute körperliche Voraussetzungen mitbringen würde, kann nicht spielen: Benjamin Köhler. Er verletzte sich beim Turnier im Erika-Heß-Eisstadion.

Kein anderer Herthaner hat so viele Erfahrungen mit Hallenfußball wie Christian Fiedler. Der, bereits seit 1989 im Verein, ließ in früheren Jahren in der Deutschlandhalle die Wogen der Begeisterung hochgehen. Allein dreimal wurde er zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Derzeit sitzt der 25-Jährige zwischen den Stühlen: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Fielder: "Ich gehe davon aus, dass sich Manager Dieter Hoeneß mit mir im Trainingslager in Marbella über eine Vertragsverlängerung unterhält." Er würde sich weiterhin mit der Nr. 2 hinter Kiraly begnügen. "Natürlich wünsche ich Gabor keine Verletzung. Aber vielleicht kann ich wieder mal einspringen, so wie zuletzt in den Champions-League-Spielen gegen Prag."

In Riesa ist Fiedler in der Halle bei den Gruppenspielen gegen Nürnberg und Sachsen Leipzig, auch beim Weiterkommen, die Nr. 1, beim vorgesehenen Freundschaftsspiel im Freien am Dienstag gegen Energie Cottbus muss er wieder Kiraly Platz machen. Ein spezielles Hallentraining gab es für Fiedler und seine Mitstreiter nicht. Aus dem Kleinfeld-Üben im Hockey-Olympiastadion wurde nichts. Mit Wasser wurde dort dem Schnee zu Leibe gerückt, unglücklicherweise war das dann gefroren. Röber: "Auf dem schneefreien Hanns-Braun-Platz haben wir aber gute Bedingungen vorgefunden."

Ein frühes Ausscheiden in Riesa würde den Hertha-Trainer nicht schmerzen. Dann könnte in Marbella konzentriert auf die Fortsetzung der Rückrunde hin gearbeitet werden.

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