Vor dem Relegationsspiel : Drama, Hertha!

10.05.2012 00:00 Uhr
Mann mit Weitblick? Hertha-Trainer Otto Rehhagel Foto: dpa
Mann mit Weitblick? Hertha-Trainer Otto Rehhagel - Foto: dpa

Im Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf kämpft Hertha BSC heute um den Klassenerhalt. Ein Duell, viele Schicksale: Sieben Geschichten zu einem Spiel, das Geschichte schreiben kann.

Endspiele

Die letzten Alles-oder-Nichts-Spiele der Hertha hatten meistens mit dem Europapokal zu tun – und gingen zumeist daneben. 2008/09 verabschiedeten sich die Berliner durch ein 0:4 bei Olympiakos Piräus aus der Europa League, mit dem gleichen Ergebnis wurde in Karlsruhe der Einzug in die Champions League verspielt. Fast noch trostloser war das Verpassen der Königsklasse 2004/05, das 0:0 gegen Hannover am 34. Spieltag war zu wenig. Mehr Nervenstärke bewies Hertha um die Jahrtausendwende, 2002/03 wurde durch ein 2:0 gegen Kaiserslautern Bremen am letzten Spieltag vom fünften Platz verdrängt, die Qualifikation für den Uefa-Cup gelang damit doch noch.

Drei Jahre zuvor verlor Berlin zwar im letzten Saisonspiel mit 0:3 gegen Dortmund, weil aber Konkurrent Stuttgart gleichzeitig patzte, langte es doch noch für Europa. Als tiefes Trauma in die Vereinsgeschichte ging die Qualifikationsrunde zur Zweiten Liga 1986/87 ein. Hertha musste gegen Remscheid siegen, führte zu Hause kurz vor Schluss mit 1:0, um dann doch noch 1:3 zu verlieren. Ein zweites Jahr Oberliga war die Folge. nia

Fotostrecke: Ein Rückblick auf Herthas Saison

Chancentod

Adrian Ramos – Fußball-Gott! Nein, wirklich nicht. Nicht in dieser Saison, wissen auch die treuesten Hertha-Fans. Adrian Ramos – Chancentod. Ja. Ja doch! Das war er schon – bis jetzt. Und heute? Irgendwann hat Herthas Stürmer in Mainz mal wieder zwei Tore geschossen, das war Mitte März, Hertha gewann 3:1, alle glaubten an die Wende. Endlich, der Knoten geplatzt beim Kolumbianer.

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Und dann kam Wolfsburg nach Berlin, 1:4, Ramos hatte gefühlte hundert Chancen vergeben: kläglich, unfassbar, Mitleid erregend schlecht. „Raus, raus“, brüllten manche Fans. Diese ganze verkorkste Hertha-Saison wird erlebbar, wenn man an Ramos vergebene Möglichkeiten denkt. Er rennt alleine aufs Tor, hat Zeit, hat Platz, schießt aber aus unerklärlichen Gründen schon aus weiter Distanz, scheitert. Er steht vier Meter vor dem Tor, völlig frei, köpft den Ball daneben. Aber Fußball ist immer auch Momentum, alles kann sich drehen und wenden in Sekundenschnelle, zum Beispiel wenn der Stürmer trifft. Vielleicht heute, Ramos, gegen Düsseldorf. Die Fortuna liegt ihm, letztes Spiel in Liga zwei, zwei Tore Ramos. ale

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