Hertha-Gladbach 2:1 : Zurück zur Spitze

Hertha besiegt den Tabellenletzten Mönchengladbach 2:1 und ist damit mindestens bis Sonntag wieder Tabellenführer in der Fußball-Bundesliga.

Michael Rosentritt
Woronin Foto: dpa
Siebtes Saisontor. Andrej Woronin brachte die Berliner in der 28. Minute in Führung. -Foto: dpa

Berlin - Ein wenig hatte die Marketingabteilung von Hertha BSC ja die Richtung für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach vorgegeben. „Wir für Hertha“ hieß die Aktion, die aus dem gestrigen Bundesligaspiel gegen das Team von Trainer Hans Meyer ein so genanntes 2+1-Spiel machte: Kauf zwei Karten und bekomme die dritte gratis dazu. Tatsächlich kam eine stattliche Kulisse von 48 534 Zuschauern im Olympiastadion zustande, und auch sonst verfehlte die Aktion ihre Wirkung nicht. Hertha machte zwei Tore und bekam drei Punkte dafür. Das 2:1 (2:0) war seit Ende September nun schon der neunte Heimsieg der Berliner in Folge. Damit erklomm Hertha zumindest für eine Nacht erneut die Tabellenspitze der Bundesliga.

Lucien Favre hatte seinem Team einen energischen Beginn ans Herz gelegt. Zwar hatten die Gäste zuletzt dreimal in Folge nicht mehr verloren, aber Herthas Trainer vermutete eine gewisse Unsicherheit in den Reihen des Tabellenletzten. Nach fünf Minuten hatte Hertha bereits vier Ecken, in Folge dessen erst Rodnei, dann Pal Dardai und schließlich Andrej Woronin scheiterten. Kurz darauf hatte Raffael die wohl größte Chance, als er allein auf das Tor zulief, mit seinem Schuss aber an Logan Bailly scheiterte. Als der Gladbacher Torwart Mitte der ersten Halbzeit bei einem Abschlag den wenig vor ihm postierten Rob Friend am Hinterkopf traf, beschrieb der zurückprallende Ball eine für das eigene Tor bedenkliche Flugbahn. Diese Szene beschreibt ganz gut, warum die Gladbacher gestern nichts zu holen hatten in Berlin. Ihr Spiel sah mitunter ganz ordentlich aus, aber insbesondere in der Defensive unterliefen zahlreiche Fehler.

Zunächst konnten die Berliner kein Kapital daraus schlagen. Das änderte sich, als Cicero nach knapp einer halben Stunde einen feinen Steilpass aus dem Mittelkreis heraus abgab. Woronin erkannte die Situation am schnellsten und lief in die Schnittstelle der Gladbacher Innenverteidigung. Herthas Stürmer ließ Bailly keine Chance. Die Führung war der siebte Saisontreffer des Ukrainers, der damit seine Verhandlungsposition weiter verbessert hat. Bekanntlich will die Leihgabe aus Liverpool über den Sommer hinaus in Berlin bleiben.

Die Hertha-Fans stimmten beizeiten ihre euphorischen Gesänge an. „Wir holen die Meisterschaft“, dröhnte es von den Rängen. Die Gladbacher mühten sich nach Kräften, aber bis auf einen guten Schuss von Alexander Baumjohann blieben sie weitgehend harmlos. Die Berliner, die in der Spielanlage reifer und in der Organisation lebendiger waren, schlugen kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal zu. Nach einem schönen Anspiel von Patrick Ebert erzielte Dardai mit einem Flachschuss sein erstes Saisontor.

In der zweiten Halbzeit überließ Hertha den Gästen etwas mehr Handlungsspielraum. So bot sich dem eingewechselten Oliver Neuville eine gute Gelegenheit, doch der 35-Jährige verzog. Lucien Favre gefiel die Passivität seiner Mannschaft überhaupt nicht. Er stand jetzt an der Seitenlinie und versuchte so, seine Spieler zu animieren. Es wäre nicht das erste Mal, dass seine Mannschaft ein Spiel aus der Hand zu geben drohte, dass lange klar beherrscht worden war. Während Hans Meyer für den eher defensive Patrick Paauwe in Moses Lamidi einen weiteren Stürmer brachte, schickte Favre Steve von Bergen auf den Rasen. Der Schweizer Verteidiger ersetzte den angeschlagenen Rodnei.

Die Gladbacher unternahmen noch mal alles. Als Nationalspieler Marko Marin in den Strafraum der Berliner eindrang, holte ihn Herthas Kapitän Arne Friedrich von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Michael Bradley zum 1:2. Erst jetzt besannen sich die Herthaner wieder. Sie kämpften sich zurück ins Spiel und hätten noch 3:1 gewinnen können. Doch der frei gespielte Raffael scheiterte aus Nahdistanz. So blieb es bei zwei Toren für Berlin – und drei wichtigen Punkten.

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