Sport : Hertha rangelt

Die Führungsspieler Marko Pantelic und Dick van Burik gerieten im Testspiel aneinander

Ingo Schmidt-Tychsen,Kenan Özmentekin

Berlin - Im Testspiel zwischen Hertha BSC und Galatasaray Istanbul läuft die 69. Spielminute. Der Ball ist nicht in der Nähe, als der Berliner Verteidiger Dick van Burik mit Marko Pantelic zu diskutieren beginnt. Zuerst sachlich und ruhig, dann immer lauter. Und plötzlich geraten die beiden Fußballprofis von Hertha BSC aneinander. Van Burik drückt seinem Mitspieler eine Hand ins Gesicht, Pantelic versucht sich zu wehren – in diesem Moment sind Herthas Kapitän Arne Friedrich und der Schiedsrichter bereits zur Stelle, sie trennen die Streitenden. „Der Auslöser des Ganzen war eine Spielsituation, in der die beiden verschiedener Meinung waren“, sagt Friedrich. „Aber das ist inzwischen schon geklärt.“ Auch Pantelic betont, dass „wieder alles in Ordnung ist“. Van Burik habe sich unmittelbar nach dem Spiel bei ihm entschuldigt, und sie hätten sich versöhnt. Zu Gründen für den Streit wollte der 28-Jährige nichts sagen. Dick van Burik war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das Testspiel gegen Galatasaray Istanbul hatte bereits am Mittwoch in Izmir in der Türkei stattgefunden. Die Berliner waren zum Abschluss ihres zehntägigen Trainingslagers in Marbella direkt nach Izmir geflogen. Weil weder ein deutscher Fotograf noch ein deutscher Journalist im Stadion war, sind bis zum heutigen Tag keine Bilder von der Rangelei in deutschen Medien erschienen, nicht einmal der Vorfall selbst war bekannt. „Das werte ich als Zeichen dafür, dass die Mannschaft super damit umgegangen ist. Für uns ist das erledigt und deshalb äußere ich mich nicht mehr dazu“, sagte Trainer Falko Götz gestern. Unmittelbar nach dem Spiel in Izmir hatte er auf einer Pressekonferenz allerdings gesagt, dass „so etwas auf dem Platz nicht passieren darf. Wir wollen uns als Team präsentieren.“

Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Führungsspielern van Burik und Pantelic widerspricht dem harmonischen Bild, das die Mannschaft in der Vorbereitung auf die Rückrunde bislang abgegeben hatte. Vor allem in Marbella wirkte das Team außergewöhnlich entspannt und selbstbewusst. Die Profis hatten sich öffentlich immer wieder gegenseitig gelobt. „Diese Sache passt momentan gar nicht zu uns“, sagte Arne Friedrich.

Allerdings gab es in dieser Saison bereits einen ähnlichen Vorfall. Anfang Dezember 2006 war Abwehrspieler Josip Simunic im Training heftig mit seinem Teamkollegen Pal Dardai aneinander geraten, nachdem Dardai zwar hart, aber keineswegs unfair in einen Zweikampf gegangen war. Bei Hertha wollen sie daraus allerdings keine Tendenz ableiten. Die Berliner versuchen die positiven Aspekte der Streitigkeiten hervorzuheben. So befand Manager Dieter Hoeneß zu der emotionalen Entgleisung von Josip Simunic, dass der Verteidiger nur das Beste für den Verein wolle: „Ich verstehe seine Motive. Joe will, dass wir weiterkommen. Er muss jetzt daran arbeiten, seine Energie zu kanalisieren.“

Für den Umgang mit dem Streit vom Mittwoch lobte Arne Friedrich seine Kollegen van Burik und Pantelic: „Sie haben sich nach der Sache hervorragend verhalten.“ Auch Pantelic wollte gar nicht aufhören, die Unwichtigkeit des Geschehenen zu betonen. Sein Trainer hatte ihn eine Minute nach der Rangelei in Izmir aber vorsichtshalber ausgewechselt. Schließlich hatte Pantelic die Gelbe Karte für die Auseinandersetzung gesehen – ebenso wie sein Teamkollege van Burik. Bei Unsportlichkeiten spielt es keine Rolle, ob sie an Mitspielern oder Gegnern begangen werden.

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