Sport : Hertha verliert 1:5 in Wolfsburg

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Wieder im Netz. Vieirinha (l.) trifft, Kraft und Brooks (r.) sind machtlos.Foto: nordphoto
Wieder im Netz. Vieirinha (l.) trifft, Kraft und Brooks (r.) sind machtlos.Foto: nordphotoFoto: nordphoto

Wolfsburg - Der genervte Zwischenruf von Thomas Kraft war angesichts der Leere im Stadion bestens zu hören. „Jetzt beweg Dich mal“, rief der Torhüter von Hertha BSC kurz vor der Halbzeit, als Mittelfeldspieler Peer Kluge zu zaghaft eingegriffen und den nächsten gefährlichen Schuss zugelassen hatte. Der leichte Frust über die 1:5 (0:3)-Niederlage im Testspiel beim Fußball-Erstligisten VfL Wolfsburg war verständlich. Denn abgesehen von einem flotten Start mit frechen Spielzügen blieb Hertha im Duell mit den Niedersachsen chancenlos. Immerhin 4473 Zuschauer im VfL-Stadion bekamen schöne Tore von Ivan Perisic, Vieirinha, Yohandry Orozco, Thomas Kahlenberg und Robin Knoche sowie den Ehrentreffer von Pierre-Michel Lasogga zu sehen.

„Natürlich ist das Ergebnis nicht schön, aber ich bewerte das nicht zu hoch“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay. Maik Franz, der nach einer langwierigen Schulterverletzung sein Comeback gab, wurde hingegen deutlicher: „Vielleicht haben wir zum richtigen Zeitpunkt mal einen auf den Deckel bekommen. Das war ein Warnschuss.“

Eine echte Antwort auf die Frage, wie viel Leistungsvermögen Wolfsburg und Hertha trennt, suchten die rund 200 mitgereisten Berliner Fans vergeblich. Während der Gastgeber gerade sein Trainingslager in der Türkei beendet hat und Leistungsträgern wie Spielmacher Diego eine Pause gönnte, tastet sich Jos Luhukay langsam an seine Wunschformation heran. Neben dem verletzten Ronny musste Herthas Trainer auch Adrian Ramos (Achillessehnenprobleme) und Fabian Holland (Adduktorenprobleme) ersetzen. Die Gunst der Stunde durfte Hany Mukhtar nutzen. Der 17-Jährige traute sich viel zu – Zählbares gelang aber auch ihm nicht.

Nach einer Stunde brachte Luhukay fünf neue Profis ins Spiel. Im Fokus standen dabei der lange Zeit gesperrte Lewan Kobiaschwili und Franz. Beide machten ihre Sache ordentlich und trugen mit dazu bei, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Ab der 76. Minute durfte auch der von seinem Kreuzbandriss genesene Lasogga mitspielen. Schlussmann Kraft brauchte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuregen. Er war von Sascha Burchert abgelöst worden und stand bereits unter der Dusche.Christian Otto

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