Sport : Herthas finaler Zauber

Kurz vor Schluss schießen Ronny und Wagner ein 3:2 bei St. Pauli heraus.

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Noch ’n Sieg! Die Berliner Allagui, Ben-Hatira, Ramos und Lustenberger (von links) jubelten in St. Pauli. Foto: dpa
Noch ’n Sieg! Die Berliner Allagui, Ben-Hatira, Ramos und Lustenberger (von links) jubelten in St. Pauli. Foto: dpaFoto: dpa

Als Sandro Wagner zehn Minuten vor dem Ende ins Spiel kam, deutete nicht viel daraufhin, dass ein bis dahin schon erregtes Spiel noch einmal eine Steigerung erfahren könnte. Zunächst geriet Hertha BSC gar mit 1:2 in Rückstand. Das Spiel schien verloren. Doch zwei Minuten vor dem Ende gelang Ronny das 2:2 – ein Zaubertor in den Winkel. Und dann kam der große Moment von Sandro Wagner. Noch einmal segelte der Ball vors gegnerische Tor, Wagner war da und erzielte den 3:2-Siegtreffer. Der Rest ging unter im Jubel der 3000 mitgereisten Fans aus Berlin.

„Was für ein Spiel, was für eine Dramatik“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay. „Das ist nicht selbstverständlich, wenn du vor einer Woche aufgestiegen bist, dass du hier dann noch bis zum Ende kämpfst.“ St. Pauli hatte den Bundesligaaufsteiger am Rande einer Niederlage.

Der erste Höhepunkt dieses Spiels kam eher zufällig zustande. Nach gut zwanzig Minuten stieg Herthas Stürmer Adrian Ramos einem langen, planlosen Ball hinterher. An der Grundlinie eroberte der Kolumbianer den Ball und legte ihn quer vor das Tor, wo Sami Allagui keine Probleme hatte, die Führung zu erzielen. Es war ein halbes Geschenk der Gastgeber und zeigte doch auch, dass Hertha sich trotz des sicheren Aufstiegs nicht gehen lassen will. „Es war ein spektakuläres Spiel mit einem Happy End für uns“, sagte Allagui. Mit zunehmender Zeit verloren die Berliner die Kontrolle. Ihre Dominanz schwand. Nach einer halben Stunde musst Herthas Torwart Thomas Kraft seinen Strafraum für eine Rettungstat verlassen. Anschließend brachte er St. Paulis besten Spieler, Daniel Ginczek, zu Fall. Kraft sah Gelb, konnte aber Ginczeks folgenden Freistoß parieren.

St. Paulis Trainer Michael Frontzeck gab mit einer frühen Auswechslung das Signal zum Sturmlauf. Er opferte einen defensiven Mittelfeldspieler und brachte Marius Ebbers als weiteren Angreifer. Die Hamburger wurden nun deutlich offensiver und es häuften sich kurz vor der Halbzeit turbulente Szenen im Berliner Strafraum.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel noch unruhiger. St. Pauli spielte forsch, das Publikum trieb seine Mannschaft zusätzlich an. Die Hektik auf dem Platz wurde immer größer. Hertha schwamm und drohte nun vollends die defensive Ordnung zu verlieren. Nach einer gespielten Stunde und einer Rangelei im gegnerischen Strafraum sah Maik Franz seine fünfte Gelbe Karte, sie zieht eine automatische Sperre für das nächste Spiel am Freitag gegen den FC Erzgebirge Aue nach sich. Anschließend klatschte ein Freistoß von Ronny an die Latte. Pech für die Berliner, und zwar gleich doppelt. Ronnys Abpraller leitete im Gegenzug das 1:1 durch Lennart Thy ein.

Jos Luhukay reagierte. Für Allagui kam Ben Sahar ins Spiel, etwas später noch Sandro Wagner für Änis Ben-Hatira. Doch die heiklen Momente für die Berliner vor dem eigenen Tor nahmen zu. Zunächst hatte Hertha Glück, als ein Drehschuss von Ginczek ans Lattenkreuz knallte. Doch immer wieder rollten wütende Angriffe auf das Berliner Tor. Plötzlich attackierte Torwart Kraft außerhalb seines Fünfmeterraumes St. Paulis Ebbers, der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. 2:1 durch Ginczek – das Spiel war gedreht und schien aus Berliner Sicht verloren zu sein.

Bis dann Ronny kurz vor Schluss den Ball bekam. Hertha Brasilianer hielt kurz Ausschau und zirkelte den Ball aus 18 Metern Entfernung in den Winkel – 2:2. Die St.-Pauli-Fans jaulten auf, die Berliner johlten. Doch noch hatte das Spiel nicht sein Ende gefunden. Hertha hatte den Ball. Und noch einmal segelte der Ball vor das gegnerische Tor, wo Sandro Wagner abdrückte – 3:2 für Hertha.

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