Herthas Talente : Jung schon, aber auch wild genug?

So viel Jugend war bei Hertha lange nicht. Doch die Zahl der vielen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs täuscht, denn entscheidend ist am Ende allein, wer von ihnen den Sprung vom Talent zum Profi schafft.

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Der Weg in die höchste Liga ist eng. Herthas junge Spieler Fanol Perdedaj (links) und Sebastian Neumann (rechts) kämpfen um ihren Durchbruch bei den Bundesliga-Profis.
Der Weg in die höchste Liga ist eng. Herthas junge Spieler Fanol Perdedaj (links) und Sebastian Neumann (rechts) kämpfen um ihren...Foto: picture alliance / dpa

Die Gesundung von Christian Lell macht erfreuliche Fortschritte. Der Rechtsverteidiger von Hertha BSC hat wegen einer Zerrung im linken Oberschenkel die vergangenen vier Tage im Trainingslager in Belek pausieren müssen, am Tag vor der Abreise aber konnte Trainer Michael Skibbe endlich mal wieder positive Nachrichten verkünden. „Christian hat ein Lauftraining gemacht, und er sagt interessanterweise: Danach hat sich die Muskulatur viel besser angefühlt als vorher“, berichtete Herthas Trainer. „Also: Er läuft weiter.“ Christian Lells Einsatz am nächsten Samstag, bei Herthas Rückrundenstart in Nürnberg, ist wohl nicht in Gefahr. Aber selbst wenn er vor lauter Laufen nicht mehr zum Fußballspielen kommen sollte, würde das Michael Skibbe nicht den Angstschweiß auf die Stirn treiben. In seinem Kader gibt es einen jungen Spieler, dem er zutraut, Lell adäquat zu ersetzen.

Der Mann heißt Alfredo Morales, ist 21 Jahre alt und kommt auf die geballte Bundesligaerfahrung von 54 Spielminuten. Und trotzdem sagte Michael Skibbe: „Bei ihm hätte ich keine Bedenken, ganz im Gegenteil. Er ist ein hoch talentierter Junge.“

So ein Trainingslager im Süden dient nicht nur der konzentrierten Vorbereitung auf die Liga-Rückrunde, für viele Spieler ist es auch eine Art Leistungsschau. Und Morales hat die Woche in Belek offensichtlich genutzt, um den neuen Trainer von seinen Qualitäten zu überzeugen. „Alfredo ist ein ganz pfiffiger Spieler, sehr stabil, technisch gut“, sagte Michael Skibbe. Beim Test gegen Heidenheim (2:0) hatte der Deutsch-Amerikaner noch als Innenverteidiger aushelfen müssen, gegen den FC Thun (4:2) durfte er eine Halbzeit lang auf seiner bevorzugten Position rechts in der Viererkette auflaufen. Morales bereitete das 2:1 durch Änis Ben-Hatira mit einer präzisen Flanke vor, und nur zwei Minuten später wäre ihm mit einer Vorlage auf Marco Djuricin fast der zweite Assist geglückt. „Alfredo hat mir sehr gut gefallen“, sagte Skibbe, „er hat viel Druck aus der hinteren Position gemacht und gute Flanken geschlagen.“

Gemeinsam mit dem 18-jährigen Nico Schulz hat Alfredo Morales von den jungen Spielern aus Herthas eigenem Nachwuchs in Belek am nachdrücklichsten auf sich aufmerksam gemacht. Aber auch die anderen Talente haben sich nach Einschätzung von Herthas Manager Michael Preetz gut präsentiert: „Sie haben gezeigt, dass sie gewillt sind, ihre Chance zu nutzen.“

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