Sport : Hilfe gesucht

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Benedikt Voigt erklärt, warum

Rusedskis Freispruch das Tennis beschädigt

Lange hat es gedauert. Einen Monat nach der Anhörung des Tennisspielers Greg Rusedski, in dessen Urin fünf Nanogramm des Dopingmittels Nandrolon gefunden wurden, hat sich das Schiedsgericht endlich zu einem Urteilsspruch durchgerungen. Einstimmig kam es zu der Erkenntnis, „dass Mr. Rusedski eines Dopingvergehens nicht schuldig ist“. Der Freispruch ist eine Erleichterung für den britischen Tennisprofi. Und eine Ohrfeige für die Profitennis-Organisation ATP.

Das Urteil bedeutet schlicht: Alles, was die ATP seit über einem Jahr im Kampf gegen mit Nandrolon verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel unternommen hat, war sinnlos. Weil ohne Wirkung. Rusedskis Fall unterscheidet sich offensichtlich nicht von den 43 positiven Dopingproben, die zuvor aufgetaucht waren. Die Herrentennisvereinigung ging bisher davon aus, dass diese auffälligen Proben durch verunreinigte Elektrolyte verursacht worden waren, die Physiotherapeuten der ATP den Tennisprofis verabreicht hatten. Seit Mai 2003 händigte die ATP diese Elektrolyte nicht mehr aus. Doch nun muss die Suche von vorne beginnen. Weil Rusedskis positive Dopingprobe vom Juli 2003 stammt.

„Wir stehen dem Problem heute immer noch gegenüber“, sagt ATP-Chef Mark Miles. Es klingt wie ein Offenbarungseid. In Zukunft sollen sich drei Experten mit dem Problem verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel auseinandersetzen. Einer von ihnen wird von der Weltantidopingagentur Wada benannt. Die ATP scheint endlich zu der Einsicht zu gelangen, dass sie mit dem Dopingproblem alleine nicht mehr fertig wird. Wenigstens eine gute Entwicklung.

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