Sport : Hinten dicht

Vor Herthas Testspiel gegen Brügge hat sich die Abwehr zurückgemeldet – bis auf Arne Friedrich

André Görke

Als die Spieler von Hertha BSC am Mittag über das Trainingsgelände liefen, fuhr Arne Friedrich in seinem schwarzen Audi durch Charlottenburg. Herthas Nationalspieler klagt über Schmerzen im Bereich des Unterleibs. Mit den Kollegen kann er nicht trainieren, und es sieht danach aus, als könne er es frühestens am Ende dieser Woche. Statt mit dem Ball arbeitet der 24-Jährige in der Biberburg, einer Reha-Klinik in Spandau. „Ich geh’ da täglich hin, mache meine Übungen, ich will zum Bundesligaauftakt wieder dabei sein. Aber ich zerbreche mir nicht den Kopf, wann ich wieder ins Training einsteigen kann“, sagt Friedrich. „Ich muss mich nicht krampfhaft unter Druck setzen.“

Für Herthas Testspiel am Mittwochabend gegen den FC Brügge in Neuruppin (18.30 Uhr) wird es jedenfalls nicht reichen. Das hat Trainer Huub Stevens am Montag bekannt gegeben. „Arne hat Schmerzen, er hat nicht trainiert – ein Einsatz käme zu früh.“ Für die Berliner ist das Spiel gegen den Belgischen Meister äußerst wichtig. Für Hertha ist es der letzte ernsthafte Test vor dem Bundesligaauftakt am 2. August im Berliner Olympiastadion gegen Werder Bremen. Zwar spielt Hertha am kommenden Sonntag noch einmal gegen Galatasaray Istanbul, doch dabei geht es in erster Linie um den Abschied von Michael Preetz und Eyjölfur Sverrisson. Die beiden werden sich den Fans wohl eine Stunde lang präsentieren, erst dann wird Stevens sie auswechseln und seine Wunschelf spielen lassen. Stevens ist die verbleibende halbe Stunde zu wenig. Deshalb kam das Spiel mit Brügge zustande.

Für Arne Friedrich wird es vielleicht nicht einmal für das Spiel gegen Istanbul reichen. „Wir hoffen“, sagt Stevens. Aber falls er es nicht schafft, plant Hertha, in der kommenden Woche ein weiteres Testspiel gegen einen Regionalligisten zu bestreiten. Friedrich soll „seinen Rhythmus finden“, sagt Stevens.

Die Abwehr der Berliner war in den vergangenen Tagen arg durcheinander geraten. Beim Liga-Pokal-Spiel gegen den Hamburger SV waren Mannschaftskapitän Dick van Burik wegen Grippe und Innenverteidiger Josip Simunic wegen Bauchschmerzen in Berlin geblieben. Und Niko Kovac tat noch immer der geprellte Beckenknochen weh. „Sie sind wieder zurück, sie können voll durchhalten“, sagt Stevens. Am Wochenende kickte Josip Simunic beim 1:0-Sieg von Herthas Amateuren gegen den FC Augsburg mit.

Bleibt nur noch Friedrich. Der begründet seine Schmerzen mit der Belastung der vergangenen Saison. Bundesliga, Uefa-Cup, Nationalmannschaft. „Vielleicht war es einfach zu viel und zwei Wochen zu wenig Urlaub“, sagt Friedrich. In der „Bild“-Zeitung hat jetzt jedoch Rudi Völler, Teamchef der Nationalmannschaft, davor gewarnt, dass „sich Arne nicht einreden soll, er habe zu viel gespielt. Als junger Profi muss er lernen, wie man mit seinem Körper umgeht“.

Arne Friedrich möchte das genauso wenig kommentieren, wie die jüngsten Aussagen von Bayerns Manager Uli Hoeneß. Der hatte der „Welt“ gesagt: „Wir werden uns um Friedrich bemühen, wenn sein Vertrag 2005 ausläuft.“ Friedrich macht sich in diesen Tagen andere Gedanken.

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