Höhepunkte der Nacht : Wenn die Technik versagt

Das 500-Meter-Rennen im Eisschnelllauf der Männer geriet mehr oder minder zur Slapstickveranstaltung. Grund: Ein Defekt gleich aller drei Eismaschinen. Dass dennoch ein Olympiasieger ermittelt werden konnte, war lange Zeit gar nicht so sicher...

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Vancouver 2010 - Eisschnelllauf
Probleme ohne Ende. Nach einem Defekt der Eismaschinen ging im Richmond Olympic Oval lange Zeit gar nichts. -Foto: dpa

Das erhoffte Gold verpasst, aber zumindest eine Medaille gesichert: das deutsche Eiskunstlauf-Duo Aljona Sawchenko und Robin Szolkowy hat nach einer nicht ganz fehlerfreien Kür Bronze im Paarlauf gewonnen (ausführlicher Bericht siehe hier). Platz eins und zwei ging nach China. Die deutschen Meister Maylin Hausch und Daniel Wende beendeten den Wettbewerb auf dem 17. Rang.

Viel Ärger gab es unterdessen im Eisschnelllauf. Weil alle drei Eismaschinen den Dienst versagten, standen die 500 Meter der Männer sogar vor dem Abbruch. Erst nach einer 90-minütigen Zwangspause im ersten Lauf konnte das Rennen fortgesetzt werden. Mo Tae-Bum aus Südkorea ließ sich davon nicht beeindrucken und siegte in der Addition beider Läufe vor den Japanern Nagashima und Kato. Der zur Halbzeit führende Finne Mika Poutala fiel noch auf Rang fünf zurück. Der Berliner Samuel Schwarz hatte mit der Medaillenvergabe genauso wenig zu tun wie Nico Ihle. Die beiden deutschen Starter belegten in der Endabrechung die Plätze 23 und 18.

Eine starke Leistung zeigte David Speiser im Snowboard Cross der Männer. Der Oberstdorfer schied erst im Halbfinale aus und wurde am Ende Achter. "Was für ein Rennen, echt geil. Ich bin zufrieden", sagte Speiser im Anschluss und durfte sich auch über das Lob von Snowboard-Sportdirektor Timm Stade freuen: "Halbfinale ist ein großartiges Ergebnis. David hat alles versucht. Wer einen so heißen Kampf abgeliefert hat, darf auch zufrieden sein." Längst nicht so gut lief es für Konstantin Schad, der schon in der Qualifikation scheiterte und nur den 33. Platz belegte. Den Olympiasieg holte sich wie schon in Turin 2006 der US-Amerikaner Seth Wescott, der im Finale der besten Vier knapp vor seinem kanadischen Kontrahenten Mike Robertson und Tony Ramoin aus Frankreich ins Ziel kam.

Die deutschen Rodlerinnen haben sich nach zwei von vier Durchgängen eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Die erhoffte und von manchen Experten auch erwartete Dreifachführung gibt es allerdings nicht, weil die Österreicherin Nina Reithmayer vor allem im ersten Lauf furios fuhr. Die zweifache Weltmeisterin Tatjana Hüfner konterte und schob sich durch einen starken zweiten Durchgang doch noch an die Spitze. Der Vorsprung auf Reithmayer beträgt allerdings nur fünf Hundertstel Sekunden. Auf Rang drei folgt Natalie Geisenberger, Anke Wischnewski ist Fünfte. Die Entscheidung im Whistler Sliding Centre fällt in der Nacht auf Dienstag.

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