Hoffenheim verliert : Rückschläge und Fallrückzieher

Der starke Aufsteiger Hoffenheim liefert sich mit Leverkusen ein attraktives Duell, unterliegt aber 2:5.

Christiane Mitatselis[Leverkusen]

Dietmar Hopp nahm es mit Fassung. „Ich habe geahnt, dass wir hier verlieren“, sagte der Hoffenheimer Klubchef. „Schade nur, dass wir so hoch verloren haben. Am Ende haben wir zu viele Fehler gemacht.“ Eine 2:5 (1:3)-Niederlage hatte Hoffenheim, der mutmaßliche Wunderaufsteiger, kurz zuvor in Leverkusen gegen Bayer 04 kassiert – es war Hoffenheims erster Rückschlag in der Bundesliga. Immerhin aber hatte der Dorfklub gut mitgehalten und Hopp musste sich in Leverkusen keine Millionario-Schmähungen anhören. „Ich bin hier sehr gut behandelt worden“, sagte er.

Für schlechte Stimmung war am Samstagnachmittag in der BayArena auch einfach kein Platz. Die schnelle und attraktive Bundesliga-Partie hatte den gut 20 000 Zuschauern einigen Spaß bereitet, bei strahlendem Sonnenschein feierten die Leverkusener Fans ihr Team minutenlang für seinen ersten Heimsieg in dieser Saison. Hoffenheim hatte zuvor Cottbus und Gladbach besiegt – jeweils zu Null. „Wir wussten, dass es hier schwerer wird, Leverkusen ist eine Spitzenmannschaft“, sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

Es waren neun Minuten gespielt, da kassierte Hoffenheim den ersten Gegentreffer in der Ersten Liga: Nach einer Freistoß-Flanke des Schweizers Tranquillo Barnetta gewann Karim Haggui, der den verletzten Gonzalo Castro ersetzte, ein Kopfball-Duell gegen Luiz Gustavo und traf ins lange Eck. Nur sechs Minuten später nutzte Leverkusen eine weitere Standardsituation zum 2:0. Nach einer Ecke Barnettas, der sein bestes Spiel seit langer Zeit machte, köpfte Manuel Friedrich den Ball aus fünf Metern über die Linie. Bayer kontrollierte die Partie, war dynamisch in der Offensive, besonders der brasilianische Mittelfeldmann Renato Augusto zeigte einige schöne Dribbel-Einlagen und Ball-Eroberungen. Die Abwehr um Friedrich schien die Hoffenheimer Offensiv-Abteilung im Griff zu haben.

In den ersten beiden Spielen hatte Hoffenheim zu Null gesiegt

Eine Unaufmerksamkeit wurde allerdings bestraft. Sejad Salihovic konnte auf der linken Seite unbehelligt flanken. Im Strafraum wartete – ebenso unbedrängt – Vedad Ibisevic und verkürzte mit seinem vierten Saisontreffer auf 1:2. Doch Leverkusen ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, setzte sein Offensivspiel fort und kam durch Stefan Kießling zum 3:1. Der Nationalspieler lenkte einen Schuss von Constant Djakpa per Fallrückzieher ins Tor. Die Pausen-Führung war verdient. Hoffenheim hatte bis auf den Treffer keine ernsthafte Torchance gehabt und agierte ziemlich konfus in der Abwehr.

„Wir haben in der ersten Halbzeit viele Dinge richtig gemacht“, sagte Leverkusens Trainer Bruno Labbadia. Das änderte sich jedoch nach dem Seitenwechsel. Hoffenheim organisierte sich und fand besser ins Spiel. Leverkusen mangelte es dagegen an Konzentration. Die Gäste-Stürmer tauchten häufiger am Leverkusener Strafraum auf, in der 50. Minute gab es die erste Ecke für die Badener – und acht Minuten später einen Foulelfmeter. Der Ivorer Djakpa ging im Strafraum zu ruppig gegen Ibisevic vor. Salihovic verwandelte den Strafstoß sicher. Die routiniertere Bayer-Elf fand aber wieder zu sich, zu ihrem Kurzpassspiel – und zum Erfolg. In der Schlussphase machten Barnetta mit einem Weitschuss und Kießling aus kurzer Distanz nach schönem Zuspiel des Griechen Theofanis Gekas das 5:2 perfekt.

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