• HOHER BESUCH zu den Finalspielen der WM: Christian Wulff erreicht die Ehrentribüne

HOHER BESUCH zu den Finalspielen der WM : Christian Wulff erreicht die Ehrentribüne

Endlich ist diese ständige Dunkelheit, die ja in Südafrika kurz nach dem Nachmittagstee einsetzt, einmal von Vorteil. Wenn die Fans am Sonntagabend mit ihren Wollmützen auf ihren Plätzen sitzen, kann die Abschlussfeier der WM beginnen – um 18.30 Uhr. Eine Lasershow soll den stockdusteren Himmel erleuchten und noch einmal die Stadien und Städte zeigen, in denen in den vergangenen viereinhalb WM-Wochen der Ball rollte (im Finale wird übrigens ein goldener eingesetzt, flattrig und zu leicht soll aber auch dieser WM-Ball sein). Eine halbe Stunde dauert die Schau, das Finale wird allerdings erst zwei Stunden später angepfiffen, um 20.30 Uhr.

Es ist also davon auszugehen, dass bei der Abschlussfeier – wie schon bei der WM-Eröffnungsparty der Südafrikaner (nachmittags, in der Helligkeit) – nicht alle der 85 000 Plätze in Johannesburg besetzt sein werden, weil sehr viele im stets beeindruckenden Stau auf der fünfspurigen Autobahn stecken werden.

Die Vips immerhin können auf der Hubschrauber-Wiese neben dem Stadion landen oder auf dem Standstreifen vorbeirasen – 15 Staatspräsidenten werden im Fußballstadion von Johannesburg erwartet, darunter auch der umstrittene Robert Mugabe aus Zimbabwe sowie Bundespräsident Christian Wulff, der sich schon am Vorabend das Spiel der deutschen Nationalmannschaft um Platz drei im 1200 Kilometer entfernten Port Elizabeth angeguckt und den deutschen Spielern auf dem Rasen gratuliert hatte.

Auch viele Prominente sind im Besitz von Tickets für das Finale, darunter die Hollywood-Stars Charlize Theron und Morgan Freeman. Theron, 35, ist im Süden Pretorias zur Welt gekommen; Freeman, 73, spielte im Film „Invictus“ Nelson Mandela. Ob der ehemalige Staatschef nach Soccer City kommen und dem Sieger den Pokal überreichen wird, ist weiterhin unklar. Mandela war der WM-Eröffnungsfeier nach einem Trauerfall in der Familie am Vorabend ferngeblieben; zuvor hatten Familienmitglieder allerdings auch Skepsis geäußert, ob es denn so optimal wäre für den Großvater, sich ein paar Stunden bei der Kälte ins Stadion zu setzen. Mandela wird in einer Woche 92 Jahre alt.

Neben den knapp 800 Artisten – sie werden sich auch als Elefanten verkleiden und über den Rasen tapsen – wird auch Shakira auftreten und ihr WM-Lied „Waka, Waka“ singen, das in Südafrika gut auf den Straßen angekommen ist. „Ich habe begonnen, die Rolle des Fußballs zu verstehen“, sagte Shakira. „Er hat den Leuten so viel Spaß gebracht.“

Die Sicherheitskräfte sind überall in der Region von Johannesburg in Einsatzbereitschaft, kontrollieren schon seit Tagen Autofahrer auf den Straßen und haben nun auch an einer Tankstelle in Pretoria eine Bastelwerkstatt für eine schmutzige Bombe – die Männer waren offenbar Atomschmuggler – ausgehoben. Die Hintergründe, und ob sie in Zusammenhang mit dem WM-Finale stehen, sind unklar. Das Stadion ist offiziell ausverkauft, auf dem Schwarzmarkt sind aber noch Tickets für 900 US-Dollar zu haben. Gemessen an den illegalen Preisen beim WM-Finale 2006 ist das allerdings fast schon wieder günstig – der Käuferkreis ist in Südafrika nur sehr viel kleiner. André Görke, Johannesburg

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