Sport : Hummer, Austern – und Galopper

Auf der Rennbahn in Hoppegarten beginnt die Saison – unter gar nicht mal so schlechten Voraussetzungen

Ingo Wolff

Berlin. Was hat vier Beine, kommt aus Schweden und eignet sich zum Sitzen? Nein, kein Stuhl, der Ingmar oder ähnlich heißt, sondern Rex. Rex ist ein sechsjähriger Hengst, keine gemütliche Sitzgelegenheit, aber eines der schnellsten Rennpferde Schwedens. Aus dem Land der gemächlichen Elche kommen hervorragende Sprinter im Galoppsport. Sechs von ihnen werden am Ostersonntag bei der Saisoneröffnung auf der Galopprennbahn Hoppegarten an den Start gehen (Beginn 13.50 Uhr).

Mehr als 16 000 Besucher werden erwartet. Hoppegarten entwickelt sich nach dem Tief vor zwei Jahren wieder zu einem Anziehungspunkt. Große Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr werden die erfahrenen Besucher auf dem weitläufigen Gelände kaum feststellen. Der Klub ist von seinem langfristigen Ziel, einen großen Pferdepark mit Freizeitmöglichkeiten zu entwickeln, abgerückt. Derzeit wird eher an Details gearbeitet. Zum Beispiel am kulinarischen Angebot auf der Rennbahn. Das neu gestaltete Nobelrestaurant auf der Rennbahn soll in dieser Saison auch außerhalb der Renntage geöffnet sein. „Damit wollen wir die ganze Woche über Besucher auf die Bahn locken“, sagt Geschäftsführer Günther Gudert. Leckereien wie Hummer und Austern kann sich der Gourmet dort servieren lassen.

Ein erster Schritt zurück zu den glamourösen Zeiten in Hoppegarten. Und nicht ganz unwichtig, um die Sponsoren bei Laune zu halten. Die sind wichtiger denn je für den Galopprennsport. Die Veranstalter auf den großen deutschen Bahnen in Köln, Baden-Baden, Düsseldorf und Hamburg leiden unter den stark sinkenden Wettumsätzen. Für eine Bahn wie Hoppegarten, die zu mehr als 70 Prozent von den Außenwetten – also jenen, die über Buchmacher oder das Internet abgewickelt werden – lebt, eine schwere Belastung. Zudem wird die einzige regelmäßige Fernsehsendung über den Galopprennsport in zwei Wochen eingestellt. Grund: Der Dachverband hat zu wenig Geld. Die Telewette sonntags auf n-tv ist noch das einzige wirksame Marketinginstrument für die Galopper. In Hoppegarten, das am Sonntag mit vier Rennen in der vorletzten Sendung im Programm ist, werden die Wettumsätze sprunghaft nach oben gehen.

Immerhin hat Hoppegarten in der vorigen Saison keinen der 15 Renntage absagen müssen und zudem als einzige Bahn ein kleines Plus bei den Umsätzen erzielt. „Nimmt man die Rennpreise und die Kosten für die Pflege der Anlage zusammen, haben wir eine schwarze Null geschrieben", sagt Gudert.

Zu verdanken ist der Aufschwung dem Präsidenten Peter Boenisch. Er hat in nun fast zwei Jahren Amtszeit ein paar Großsponsoren gewinnen können. Die Brauerei Hasseröder sowie Volkswagen und Porsche werden je einen der elf Renntage insgesamt sponsern und den Klub zusätzlich über die gesamte Saison unterstützen. Das Überleben der Bahn ist damit schon jetzt gesichert.

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