Sport : „Ich habe um Hertha gezittert“ Huub Stevens

Berlins Ex-Trainer gratuliert zum Klassenerhalt

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Schön, dass es vorbei ist. Ein großes Kompliment an Hans Meyer und seine Mannschaft. Glückwunsch, Hertha! Ganz ehrlich, auch ich musste am Nachmittag erst mal durchatmen. Ich saß in meinem Wohnzimmer und habe mir im niederländischen Fernsehen die Bayern in Stuttgart angeschaut, Hertha wurde leider nicht live übertragen. Also musste ich den Videotext einschalten. Bayern, Hertha, Bayern, Hertha, Neunzig Minuten lang… Um Viertel nach fünf habe ich durchgepustet. 1:1 in München. Klassenerhalt. Die Jungs haben’s geschafft.

Natürlich habe ich gezittert. Es war ja meine Mannschaft, es waren meine Spieler, so eine anstrengende Saison habe ich noch nie erlebt. Ich bin ja mitschuldig geblieben. Hans Meyer, mein Nachfolger, hat seit dem Winter jedenfalls tolle Arbeit geleistet. Und ich freue mich für Malik Fathi und Dennis Cagara, die wir zu den Profis geholt haben. Super, wie sich die Jungs entwickelt haben.

Ich glaube, der Sieg gegen Dortmund, das 6:2, war entscheidend. Es war der Befreiungsschlag. Die Jungs haben gezeigt, was sie können, wenn sie als Mannschaft auftreten. Fredi Bobic zum Beispiel, ich freu mich für ihn, dass er endlich gute Leistungen zeigt und Hertha hilft. Ich freue mich für Artur Wichniarek, dass er endlich Tore schießt. Ich freue mich für so viele Jungs, natürlich auch für den Manager: Dieter Hoeneß.

Jetzt kommt Falko Götz. Ich wünsche ihm und der Mannschaft alles Gute. Ich habe mich ein halbes Jahr nicht mehr getraut, mit diesem blöden Schuldgefühl ins Stadion zu gehen. Aber der Dieter kann demnächst mal eine Eintrittskarte nach Eindhoven schicken.

Der 50 Jahre alte Niederländer war bis Dezember vergangenen Jahres Trainer von Hertha BSC. Er konnte die hohen Erwartungen in Berlin nicht erfüllen und wurde am 4. Dezember des vergangenen Jahres nach einer 1:6-Niederlage im DFB-Pokal bei Werder Bremen von seinen Aufgaben entbunden. Huub Stevens lebt zurzeit in Eindhoven und will zur kommenden Saison wieder als Trainer arbeiten.

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