Sport : Im Dickicht verlaufen

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Foto: promo
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An diesem Mittwoch wird eine wichtige Persönlichkeit des Sports 70 Jahre alt. Die Leichtathletin Brigitte Berendonk hat zwar nie eine olympische Medaille gewonnen, dafür aber seitenweise Sportgeschichte geschrieben. Schon als Athletin prangerte sie das Anabolikadoping an, ihr Beitrag in der „Zeit“ 1969 „Züchten wir Monstren? Die hormonelle Muskelmast“ war der Beginn einer öffentlichen Debatte. Anfang der Neunzigerjahre arbeitete sie dann mit ihrem Mann Werner Franke das DDR-Staatsdoping auf. Lange bevor die Nada, die Nationale Anti-Doping-Agentur, gegründet wurde, waren Berendonk und Franke eine höchst effiziente Zwei-Personen-Agentur gegen die Manipulation im Hochleistungssport.

Aus der öffentlichen Dopingbekämpfung hat sich Berendonk vor einigen Jahren zurückgezogen. Wie ihre Nachfolger vorgehen, dürfte sie nicht gerade freuen. Die Nada hat sich im Dickicht der Paragrafen verirrt. Der Fall um die Behandlung von Blut mit UV-Strahlen in Erfurt zeichnet ein erschreckendes Bild von ihrer Arbeit. Erst hat die Nada sich mit Getöse auf den Fall gestürzt, um sich nun von der Welt-Anti-Doping-Agentur belehren zu lassen, dass die Methode erst seit 2011 verboten ist. Wenn schon die Nada nicht weiß, was wann erlaubt ist, wie will sie es von den Sportlern verlangen? Dass sich Athleten angreifbar machen, wenn sie ihr Blut wie auch immer „behandeln“ lassen, ist die andere Seite der Wahrheit.

Mit diesen Wirrnissen hatte sich Brigitte Berendonk noch nicht beschäftigen müssen. Zu ihrer Zeit ging es darum, überhaupt erst einmal ein Regelwerk gegen Doping einzuführen. Hier hat Berendonk Pionierarbeit geleistet. Jetzt droht ihre Aufbauarbeit zu zerbröseln.

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