Sport : Im Kollektiv zum Titel

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Berlin. Geldanlagen sind in diesen Tagen ein schmerzhaftes Thema, jetzt, da der Aktien-Kurs der Telekom mit beeindruckender Souveränität immer weiter am Markt abstürzt. Ob Dieter Hoeneß an der Börse spekuliert, ist nicht bekannt. Besonders schlecht aber geht der Manager des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC nicht mit den Millionen seines Klubs um. Neben den Geldern für die Profis steckt Hoeneß auch zweieinhalb Millionen Euro in den Nachwuchs. Herthas Investitionen zahlen sich aus: Erstmals haben sich gleichzeitig die beiden wichtigsten Jugendmannschaften für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Herthas B-Jugend trifft am heutigen Sonntag im Viertelfinal-Hinspiel um 12 Uhr auf Schalke 04, die A-Jugend um 14 Uhr auf den VfB Stuttgart. Die Spiele werden im kleinen Stadion neben dem Jahnsportpark ausgetragen.

Vor zwei, drei Jahren noch war die Nachwuchsabteilung von Hertha BSC verkümmert. Die Berliner Talente kickten lieber bei den Reinickendorfer Füchsen oder Tennis Borussia. Doch die Hierarchie im Berliner Jugendfußball hat sich verändert: In der Oberliga sind Herthas Amateure nur knapp in den Aufstiegsspielen gescheitert, wenige Tage zuvor haben Herthas Jugendmannschaften im Kollektiv den Pokal gewonnen. Die B-Jugend ist in der Regionalliga Nordost sogar mit 16 Punkten Vorsprung Meister geworden. Die A-Jugend von Trainer Michael Wolf hingegen schob sich erst am letzten Spieltag durch ein 4:1 bei Tabellenführer Rostock noch auf den ersten Platz vor.

Trainer Wolf hat so seine Erfahrungen mit der deutschen Meisterschaft. Im vergangenen Jahr scheiterte sein Team im Viertelfinale am SC Freiburg. Den Jahrgang, den er in diesem Jahr trainiert, kennt Wolf bestens: Vor zwei Jahren gewann er mit einem Großteil der Spieler die deutsche B-Jugend-Meisterschaft. Damals standen mit Hakan Balta und Sofian Chahed auch zwei Spieler im Finale, die in den kommenden Monaten wohl den Sprung in die Profimannschaft schaffen werden. Chahed saß in den Bundesligaspielen gegen Schalke und Leverkusen immerhin schon auf der Ersatzbank.

André Görke

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