Sport : Im Lotsendienst

Wie Alba Berlin dem Zugang Vladimir Petrovic Hilfe leistet

Benedikt Voigt

Berlin. Als Betreuer Eicke Marx im Kellergeschoss der Max-Schmeling-Halle den Stadtplan holte, wurde es ernst für Vladimir Petrovic. Bislang hatte der am vergangenen Freitag verpflichtete Zugang von Alba Berlin den Weg von der Max-Schmeling-Halle zu seiner neuen Wohnung in der Nähe des Ku’damms gefunden, indem er hinter dem Auto von Trainer Emir Mutapcic oder Betreuer Eicke Marx herfuhr und so bis vor seine Haustür gelotst wurde. Gestern aber schickte Alba Berlin den jugoslawischen Basketballer erstmals ohne Begleitkorso auf die Heimreise. Betreuer Eicke Marx übergab Petrovic nach dem Training den Stadtplan, den er von Centerspieler Jovo Stanojevic hatte, erklärte ihm nochmal den Weg und wünschte viel Glück.

Orientiert sich Petrovic in Berlin ähnlich gut wie im Bundesligaspiel am Sonntag in Leverkusen (93:82) auf dem Basketballparkett, muss sich Alba keine Sorgen um den neuen Flügelspieler machen. „Er war in jedem Bereich gut“, lobte Trainer Emir Mutapcic, „neun Punkte und sechs Assists, das war optimal.“ Lediglich an einem Training hatte der Jugoslawe teilgenommen, genau zwei Systeme hatte ihm Emir Mutapcic in der Kürze der Zeit beigebracht. „Wir haben sieben oder acht Spielzüge“, berichtet Aufbauspieler Mithat Demirel, „aber wenn er auf dem Feld war, haben wir nur die zwei Systeme gespielt, die er kannte.“

Bis Sonntag, wenn Alba Berlin in der Bundesliga gegen den Tabellenvierten TXU Braunschweig antritt (Max-Schmeling-Halle, 14.55 Uhr, live im DSF), soll der Zugang auch die übrigen Spielzüge zumindest kennen gelernt haben. Demirel ist zuversichtlich. „Er versteht das Spiel“, sagt der verletzte Nationalspieler, der am Sonntag wieder spielen möchte. Für den ebenfalls verletzten Stanojevic könnte ein Einsatz noch zu früh zu kommen. „Er muss mindestens zweimal mit der Mannschaft trainiert haben“, sagt Mutapcic.

Vladimir Petrovic spielt auf der Position von Jörg Lütcke, der bis Saisonende verletzt ausfällt. Lustigerweise ähnelt er mit den ins Gesicht gekämmten Haaren auch seinem Vorgänger ein wenig. Allerdings kann der 1,97 Meter große Petrovic im Gegensatz zu Lütcke auch als Power Forward, also in Korbnähe, aushelfen.

Weil die Wechselfrist am 28. Februar auslief, musste Alba sich beeilen. Am vorvergangenen Dienstag hatte Petrovic zum ersten Mal mit Trainer Emir Mutapcic telefoniert, am darauf folgenden Freitag unterschrieb er bereits in Berlin. Sein spanischer Klub CB Caceres hat finanzielle Probleme und schuldete ihm Gehalt, weshalb er nach Albas Angebot seinen alten Vertrag auflöste. Für einen sicheren Lohn hantiert er auch gerne mit einem neuen Stadtplan.

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