Sport : Im Zweifel kein Angeklagter?

Armin Lehmann

erinnert an den Dopingkrimi von Athen Für viele Griechen war der Vorgang unerträglich. Ausgerechnet zwei ihrer gefeierten Sporthelden waren verantwortlich für einen dramatischen Dopingkrimi während der Olympischen Spiele. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die lange angekündigte Anklage gegen die Sprinter Kenteris und Thanou sowie deren Trainer Tsekos verschoben. Liegt da nicht der Verdacht nahe, hier werde etwas verschleppt, damit Dopingsünder ihrer Strafe entgehen? Schließlich waren die Indizien gegen beide schon vor Athen sehr oft sehr belastend gewesen, aber es hatte nie für eine Sperre gereicht.

Die Sorge, dass es auch diesmal so kommen wird, ist aber anscheinend unberechtigt. Es soll in Athen nichts verschleppt, sondern nur sehr gewissenhaft vorbereitet werden. Man will sicher gehen, dass die Beweise reichen, um nicht nur die Sportler zu belangen, sondern vor allem auch den Trainer der beiden, in dessen Geschäftsräumen man große Mengen verbotener Substanzen gefunden hatte. Trainer Tsekos, das gilt es zu beweisen, soll in großem Stil über das Internet mit Dopingsubstanzen gedealt haben.

Allerdings, dieser Vorwurf hält sich hartnäckig, soll Tsekos mit Billigung der früheren sozialistischen Regierung ein ganzes Dopingsystem aufgebaut haben mit dem Ziel, pünktlich zu den Spielen Olympiasieger zu produzieren. Sollte das stimmen, würde es den internationalen Sport nachhaltig erschüttern. Allerdings könnte man auch den Verdacht hegen, hier solle unter der nun konservativen Regierung nur deshalb ein Politikum geschaffen werden, um in erster Linie dem politischen Gegner etwas anzuhängen. Das wiederum wäre schlecht und würde das Verfahren und die Bestrafung von Kenteris und Co. nur herauszögern.

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