Sport : Immer das Richtige tun

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Es geht eng und hart zu nach dem Massenstart auf der kurzen Eislaufbahn im Shorttrack, regelmäßige Stürze und Disqualifikationen wegen nicht erlaubter Drängeleien gehören dazu. Trotz dieser Unwägbarkeiten kommt einer aus dem Läuferpulk meist als Erster ins Ziel: Apolo Anton Ohno . Der US-Amerikaner dominiert eine Sportart, die wegen ihrer unübersichtlichen, fast anarchischen Grundstruktur kaum zu dominieren ist.

Schon vor vier Jahren in Salt Lake City gewann Ohno Gold über 1500 Meter. Der Südkoreaner Kim Dong-Sung war zwar vor Ohno im Ziel gewesen, wurde aber wegen einer Behinderung disqualifiziert. Von da an sah sich Ohno Morddrohungen ausgesetzt, 2003 verzichtete er aus Sicherheitsgründen auf einen Start beim Weltcup in Seoul. Schließlich hatte Ohno auch aus Sicherheitsgründen erst mit Shorttrack begonnen. Sein Vater Yuki wollte ihn von den Straßengangs in Seattle fern halten.

Obwohl er erst 13 Jahre alt war, fiel Apolo Ohno auf der Eisbahn gleich mit seiner Dynamik auf. Als er von seinem Vater ein Jahr später am Flughafen abgesetzt wurde, um zu einem Trainingszentrum zu fliegen, ließ sich Ohno lieber von ein paar Kumpels abholen, mit denen er erst einmal einige Tage rumhing. Beim zweiten Versuch kam er zwar am Ziel an, hatte aber keine Lust zu trainieren. Bis eine Körperfettanalyse zeigte, dass er die schlechtesten Werte hatte. „Dickerchen“ wollte sich Ohno nicht rufen lassen, er fing an, hart zu arbeiten, und gewann Jahr für Jahr mehr Rennen. Jetzt kann der 23-Jährige vier Medaillen in Turin gewinnen, der Randsportler Ohno ist in den USA ein Star. Vor allem deshalb, weil er in schwierigen Situationen meistens das Richtige tut. klapp

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