Sport : Immer wieder Lautern

Hertha BSC und die ganz besondere Beziehung zur Pfalz

André Görke

Die Ausgangslage ist klar. Hertha BSC muss heute gegen den 1. FC Kaiserslautern gewinnen, denn „mit einem Sieg würden wir an denen vorbeiziehen“, wie Herthas Trainer Hans Meyer sagt. Deshalb ist es „ein unglaublich wichtiges Spiel“ – wie schon so viele für Hertha gegen Kaiserslautern.

April 1997: Es ist Montagabend und kühl im Olympiastadion. Hertha hat in der Woche zuvor beim Letzten der Zweiten Liga verloren, in Essen. Es sind also alles andere als gute Voraussetzungen für einen geschichtsträchtigen Abend. Doch als das Spiel Hertha gegen Kaiserslautern angepfiffen wird, strömen immer noch Menschen ins Stadion. 75 000 Fans, so viele wie nie zuvor und nie mehr danach in der Zweiten Liga, sehen Herthas 2:0-Sieg. Zwei Monate später steigt Hertha auf.

Mai 2001: Hertha spielt in Kaiserslautern, es ist Halbzeit und auf der Tribüne wird gerechnet. 0:0 steht es, noch liegen die Berliner auf einem Uefa-Cup-Platz. Doch die Konkurrenz liegt deutlich vorn. Verspielt Hertha noch den Erfolg? Nein. Zwei Minuten nach der Pause schießt Alex Alves das 1:0.

Februar 2002: Schönen Fußball hat Hertha lange nicht mehr gezeigt und sich deshalb nach sechs Jahren von Trainer Jürgen Röber getrennt. Falko Götz, der Jugendkoordinator, hat den Job übernommen und prompt zwei Spiele gewonnen. Doch erst gegen Kaiserslautern fallen eins, zwei, drei, vier, fünf Tore. Nach dem 5:1-Sieg spricht Kapitän Michael Preetz von „einem Spiel wie im Rausch“. Hertha setzt sich oben fest.

Mai 2003: Es ist der letzte Spieltag einer missglückten Saison. Hertha braucht gegen Kaiserslautern unbedingt einen Sieg, um sich für einen Uefa-Cup-Platz zu qualifizieren. An diesem Nachmittag wird der 18-jährige Nando Rafael zum Held: Er schießt beide Tore beim 2:0-Sieg – Hertha spielt wieder im Uefa-Cup.

November 2003: Wie lange bleibt Huub Stevens noch Trainer? In Kaiserslautern läuft es gut für die Berliner, viel besser als in den vergangenen Wochen. Zur Halbzeit führt Hertha 2:0. Die Wende? Nach der Pause kassieren die Berliner vier Tore und sind mit dem 2:4 noch gut bedient. Trainer Stevens wird wenig später entlassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar