• „In Bochum ist mir keiner mehr böse“ Kai Michalke über das Ende von Herthas Niederlagenserie

Sport : „In Bochum ist mir keiner mehr böse“ Kai Michalke über das Ende von Herthas Niederlagenserie

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Herr Michalke, machen Sie sich Sorgen um Hertha BSC?

Natürlich verfolgt man, was mit den ehemaligen Vereinen passiert. Am Samstag …

… wenn mit Hertha und Bochum zwei Ihrer ehemaligen Klubs gegeneinander spielen …

… bin ich als gebürtiger Bochumer in einer schwierigen Situation. Mir wäre es im Moment lieber, wenn Hertha woanders antreten müsste. Dann könnte ich bedingungsloser zu Hertha halten.

Hinzu kommt, dass Hertha in Bochum nie gewinnt.

Doch! Mit mir.

Das war in der Saison 2000/01. Da haben Sie zwei Tore zum 3:1 geschossen.

Ja, das war schon komisch. Der VfL ist am Ende der Saison abgestiegen. Der hätte die Punkte schon sehr gut brauchen können. Wenn ich die beiden Tore gegen einen anderen Gegner geschossen hätte, wäre es auch okay gewesen.

Ausgerechnet ein Bochumer beendet die Bochumer Siegesserie gegen Hertha. Haben Sie sich da nicht sehr unbeliebt gemacht?

Doch, deshalb wollte der VfL mich ja auch nicht mehr haben. Nein, nein, da ist keiner mehr böse auf mich.

Wie konnte es überhaupt passieren, dass Hertha damals gewonnen hat?

Die Vorzeichen waren anders als heute. Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung hinter uns und beim Hamburger SV gleich das erste Auswärtsspiel nach der Winterpause gewonnen. Da sind wir mit breiter Brust zum VfL gefahren.

Das wird diesmal nicht so sein. Spielt es eine Rolle, dass die Spieler wissen: Hertha sieht im Ruhrstadion traditionell schlecht aus?

Ich kann nur sagen, wie es zu meiner Zeit in Berlin war. Wir haben ganz sicher nicht daran gedacht, dass Hertha in Bochum die schlechteste Auswärtsbilanz hat. Im Unterbewusstsein spielt das mit Sicherheit keine Rolle. Außerdem gibt es inzwischen viele neue Spieler bei Hertha, von denen jeder seine persönlichen Resultate in Bochum gehabt hat. Da sind bestimmt einige dabei, die schon des Öfteren im Ruhrstadion gewonnen haben.

Aber in allen Zeitungen werden die Spieler mit der katastrophalen Bilanz konfrontiert.

Vielleicht lesen sie’s ja nicht.

Und der VfL wird wie immer recht zuversichtlich bei Heimspielen gegen Hertha an die Aufgabe herangehen.

Ja, weil er zuletzt zweimal gewonnen und sechs Punkte geholt hat. Der VfL will die Großen ein bisschen ärgern. Und Hertha zählt nun mal zu den Großen.

Die Fragen stellte Stefan Hermanns.

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