Sport : In den Jubel mischt sich Ärger

Turbine-Frauen im Finale der Champions League

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Fixiert aufs Wesentliche. Die Potsdamerin Tabea Kemme (rechts) führt den Ball im Zweikampf mit Inka Grings. Foto: dapd
Fixiert aufs Wesentliche. Die Potsdamerin Tabea Kemme (rechts) führt den Ball im Zweikampf mit Inka Grings. Foto: dapdFoto: dapd

Potsdam - Niemand konnte Yuki Nagasato halten. Die Japanerin in Diensten des deutschen Frauen-Fußball-Meisters Turbine Potsdam sprintete nach ihrem Tor zum 1:0 gegen den FCR Duisburg 50 Meter in Richtung Trainerbank, wo sie von ihren Mitspielerinnen in Empfang genommen wurde. Es war der entscheidende Treffer im Rückspiel um den Einzug in das Endspiel der Champions League. Das findet am 26. Mai in London statt, und Turbine ist dabei. Die Mannschaft besiegte Duisburg 1:0 (1:0).

Potsdam hatte sich beim 2:2 vor einer Woche beim Bundesliga-Dritten schon eine gute Ausgangsposition gesichert. In der Neuauflage des Semifinals von 2010 konnte sich das Team aufgrund der stärkeren kämpferischen Leistung und der Mehrzahl von Chancen nach dem Tor verdient durchsetzen. Die Frauen von Trainer Bernd Schröder können nun ihren Titel verteidigen – gegen Olympique Lyon.

Das Spiel wurde live im ZDF übertragen, vielleicht war das der Grund dafür, dass nur 4600 Zuschauer ins Stadion kamen. Kurz vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land hatte man mit mehr Zuspruch gerechnet, zumal auf beiden Seiten viele Nationalspielerinnen aufliefen. Die Fans, die gekommen waren, hielten im Potsdamer Stadion naturgemäß zu Turbine. Trotz vieler vergebener Chancen ihres Teams (Yuki Nagasato, Viola Odebrecht, Fatmire Bajramaj) feierten sie schon lange vor dem Abpfiff mit „Oh wie ist das schön“-Gesängen.

Potsdams Trainer Bernd Schröder zeigte sich dennoch nicht in Feierlaune. Zwar sei er „stolz auf das Geleistete“, ihn ärgere aber, dass der Wechsel von Starspielerin Fatmire Bajramaj zum Konkurrenten  FFC Frankfurt am Rande des Spiels publik wurde. „Das kann nicht sein“, erregte sich Schröder. Doch es ist so – der Sieg war Bajramajs letztes Heimspiel in Potsdam. Matthias Koch

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