Sport : In Führung geschmettert

Das Badminton-Team der SG Empor Brandenburger Tor siegt im ersten Meisterschafts-Finalspiel gegen Bonn-Beuel 5:3

Karsten Doneck

Berlin - Conrad Hückstädt ließ sich kurz behandeln. Der Daumen seiner linken Hand blutete leicht. „Ich glaube, ich habe mir selbst mit dem Schläger da draufgehauen“, sagte er später. Mit derartiger Verbissenheit ging die SG Empor Brandenburger Tor das Endspiel um die deutsche Badminton-Meisterschaft an. Der Ehrgeiz lohnte: Im Hinspiel gegen den BC Bonn-Beuel siegten die Berliner nach einem viereinhalbstündigen, höchst dramatischen Schlagabtausch mit 5:3 und fahren nun ganz gelassen zum Rückspiel am Ostersonntag in Bonn.

„Wir haben ja auch ein recht gutes Satzverhältnis“, stellte Manfred Kehrberg, Vorsitzender des Badminton-Abteilung der SG Empor, fest. Das Satzverhältnis würde dann herangezogen, wenn Bonn- Beuel in der zweiten Partie mit 5:3 gewinnt. Mit 11:7 Sätzen liegen die Berliner in diesem Fall vorne.

Vor 500 Zuschauer im Sportkomplex Samariterstraße punktete Hückstädt gleich doppelt. Erst gelang ihm im zweiten Herrendoppel zusammen mit dem Finnen Kasoeri Salo ein kaum für möglich gehaltener Zweisatzsieg (15:10, 15:7) gegen Yanchun Xie/Marc Zwiebler, dann bezwang er im letzten Spiel des Tages Ian Maywald mit 15:3, 15:13.

„Wir haben locker aufgespielt, in Ruhe abgewartet und als wir unseren Rhythmus gefunden hatten, unsere Chancen gut genutzt“, erklärte Hückstädt den Überraschungserfolg im Doppel. Später in seinem Einzel kam ihm die Unbekümmertheit etwas abhanden, gerade im zweiten Satz. Da führte sein Gegner Ian Maywald alsbald 5:1. Als Hückstädt später seinerseits mit 14:7 vorn lag, begann das große Zittern. Erst bei 14:13 konnte er unter dem Jubel der Zuschauer endlich den Matchball verwandeln.

Hückstädt verhinderte damit das Standardergebnis zwischen beiden Teams: Beide Bundesliga-Begegnungen in dieser Saison endeten 4:4. Vielleicht hätte die SG Empor diesmal sogar 6:2 gewinnen können. Nicole Grether lieferte als Außenseiterin ihrer Bonner Kontrahentin Petra Overzier ein beherztes Match, unterlag aber 9:11, 11:5, 8:11. „In Bonn erwartet uns nun zwar ein Hexenkessel, aber wir können nur gewinnen“, sagt Manfred Kehrberg. Schließlich ist die SG Empor Brandenburger Tor nicht als Meisterschaftsfavorit in die Saison gestartet.

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