Sport : Inspiration durch Klinsmann

Beim 0:0 gegen Stuttgart rechtfertigt der Dortmunder Metzelder seine Berufung

Felix Meininghaus

Dortmund - Jürgen Klinsmann hatte Glück, er war einer der wenigen unter den 73 100 Besuchern im Dortmunder Westfalenstadion, die sich nicht langweilten. Der Bundestrainer und sein Assistent Joachim Löw hatten sich schließlich eine besondere Aufgabe gestellt. Sie wollten die Innenverteidiger beobachten, die für die WM in Frage kommen. Da störte es sie wenig, dass das Bundesligaspiel zwischen Dortmund und Stuttgart am Sonntagabend recht fade war und torlos blieb.

Klinsmann und Löw konnten ihre Blicke auf einen konzentrieren: Christoph Metzelder, den Dortmunder. Dessen Teamkollege Christian Wörns fehlte wegen einer Darminfektion, und der Stuttgarter Markus Babbel sitzt derzeit nur auf der Bank. Dafür spielte Metzelder ausgezeichnet: ball- und stellungssicher, agil, physisch überaus präsent. Der 24-Jährige war der beste Spieler auf dem Platz. Er bewachte Stürmer Jon Dahl Tomasson streng, was den Dänen so frustrierte, dass er in der aufregendsten Szene des Spiels Torhüter Roman Weidenfeller umstieß und dafür die Rote Karte sah (81.).

Metzelder sagte später: „Ich war durch die Nominierung inspiriert.“ Denn Klinsmann hatte ihn als Belohnung für vorangegangene starke Auftritte in den Kader für die Spiele gegen die Türkei (8. Oktober) und China (12. Oktober) berufen. „Wer meine Geschichte kennt, weiß, wie viel mir das bedeutet“, sagte Metzelder. Fast zwei Jahre lang konnte er wegen hartnäckigen Achillessehnenproblemen nicht spielen. Trotz seiner Freude hat Metzelder klar gemacht, dass die Nominierung keineswegs zu früh komme. „Wichtig ist jetzt, möglichst viel von der neuen Philosophie der Nationalmannschaft unter Klinsmann aufzusaugen“, sagte er. Klinsmann hilft dabei gerne. „Christophs Führungsqualitäten sind unbestritten“, sagte er. „Er muss jetzt aber die Gedanken an seine Verletzungen auslöschen. Wir sind neugierig, wie er sich mit dem offensiven Stil unseres Spiels zurechtfinden wird.“

Und dann muss Christoph Metzelder auch noch das Spiel gegen Stuttgart abhaken. Seine eigene Leistung sah er dabei durchaus kritisch. „Ich hatte zwar einige Aktionen nach vorne, aber der letzte Pass war dann nicht so gut. Sonst hätten wir vielleicht das entscheidende Tor gemacht.“

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