Sport : Ja, er lebt noch

Der 1. FC Köln erhält sich durch ein 3:1 die Chance auf den Klassenerhalt – Duisburg fast schon in Liga zwei

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Im Sportpark Müngersdorf hatten sie schon den Sieg gefeiert. Der 1. FC Köln schien mit einer 2:0-Führung gegen den MSV Duisburg einem souveränen Sieg entgegenzusteuern. Dann allerdings reichte ein Gegentor, um den Großteil der 47 000 Zuschauer verstummen zu lassen. Duisburgs Stürmer Abdelaziz Ahanfouf verkürzte in der 79. Spielminute mit einem 18-Meter-Schuss, und plötzlich kehrte die Angst wieder zurück auf die Ränge. Allerdings nur für kurze Zeit. Denn nur wenig später brachte Jungstar Lukas Podolski die Kölner Anhänger wieder zum Jubeln, als er eine Rechtsflanke des eben eingewechselten Patrick Helmes zum 3:1 (1:0)-Endstand ins Tor schob. Köln darf nun wieder hoffen im Abstiegskampf, während Duisburg kaum noch Hoffnung auf den Klassenerhalt haben darf.

„Ich war froh, dass dieser dritte Treffer so schnell kam“, sagte Kölns Trainer Hanspeter Latour nach dem Duell der beiden Tabellenletzten. Während Köln vorerst den Abstand auf den rettenden Tabellenrang 15 auf drei Punkte verkürzte, besitzt Duisburg (sieben Punkte zurück) nur noch theoretische Chancen. „Die Köpfe sind leer, wir sind heute so gut wie abgestiegen“, sagte ein resigniert wirkender Duisburger Trainer Heiko Scholz.

Extrem vorsichtig hatten die beiden Teams zunächst agiert. Die einzige Großchance der ersten halben Stunde erarbeitete sich der Gastgeber, als Mittelfeldspieler Marvin Matip eine weite Flanke von Albert Streit direkt abnahm – aber der Ball strich knapp übers Tor. Danach war Duisburg die aktivere Mannschaft. Die Kölner „Zuschauer wurden zu diesem Zeitpunkt sogar schon unruhig“, wie MSV-Trainer Scholz später feststellte. In der 37. Minute wurde es dann schließlich doch lauter auf den Tribünen, als Streit eine Vorlage Podolskis aus zehn Metern zum 1:0 in die lange Ecke schob.

Nun kam Schwung in die Partie, die Chancen für die Kölner häuften sich. „Wir haben etwas vorsichtiger begonnen, um im entscheidenden Moment zuzuschlagen“, sagte Latour. Zu Beginn der zweiten Halbzeit brach die Defensive der Gäste förmlich zusammen. Doch Köln verschleuderte zunächst eine ganze Serie hochkarätiger Konterchancen. In der 62. Minute aber erzielte Markus Feulner dann doch das 2:0, als er mit dem zweiten Nachschuss aus sechs Metern traf. Zuvor hatte sich der freie Podolski den Ball zu weit vorgelegt und im folgenden Zweikampf Duisburgs Keeper Georg Koch so schwer am Knie verletzt, dass der ausgewechselt werden musste. Kölsches Liedgut erklang nun, da der FC einem hohen Heimsieg zuzustreben schien, durch das fast ausverkaufte Stadion.

Allein der Anschlusstreffer Ahanhouf brachte abruptes Schweigen, bevor dann ausgiebig gefeiert wurde – auf den Tribünen. Nicht so euphorisch klangen hinterher nämlich die Kölner Profis. „So wie wir gespielt haben, spielt kein Absteiger“, sagte Feulner zwar. Aber natürlich drückten die überraschenden Siege der direkten Konkurrenz auf die Stimmung. „Das ist schon traurig, dass auf einmal alle gewinnen, aber wir sind selbst schuld, weil wir die Heimspiele gegen Nürnberg und Frankfurt nicht gewonnen haben“, sagte Albert Streit. Er wird im nächsten Heimspiel gegen den Hamburger SV am 2. Mai ebenso fehlen wie der türkische Nationalspieler Alpay – beide kassierten jeweils ihre fünfte Gelbe Karte. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt – und einen Sieg der Bayern heute in Mainz – aber hat auch Streit nicht aufgegeben: „Jetzt läuft alles auf einen Dreikampf zwischen uns, Mainz und Kaiserslautern hinaus“, sagte er.

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