Sport : Jammernde Yacht-Besitzer

Karin Sturm

Die Formel 1 muss sparen, darüber sind sich eigentlich alle Verantwortlichen einig. Nur: Wie das gehen soll, darüber wurde in Sepang das ganze Wochenende heftig diskutiert. Schließlich steht heute die Sitzung der Formel-1-Kommission in Paris an, in der Teams, Hersteller, Veranstalter und Sponsoren vertreten sind. Dort soll über die jüngsten Vorschläge von Max Mosley, dem Präsidenten des Motorsport-Weltverbands Fia, diskutiert werden. Der hatte vorgeschlagen, jeder Fahrer solle in Zukunft pro Grand-Prix-Wochenende mit nur einem Motor auskommen, jeder Hersteller müsse zwei Teams ausrüsten, und das Freitags-Training soll komplett abgeschafft werden.

Der kritischste Punkt sind die Motoren. "Zumindest für 2003 kommt der Plan, nur einen Motor zu verwenden, viel zu spät", sagt BMW-Motorsport-Chef Mario Theissen. "Aber so krass hat Mosley das auch gar nicht gemeint", sagt Toyota-Konstrukteur Gustav Brunner. "Er ist nur vorgeprescht, damit sich überhaupt etwas bewegt."

Die Hersteller hatten sich in Malaysia immerhin schon auf einen durchaus vernünftigen Kompromiss geeinigt. Für Qualifying und Rennen sollte jeweils nur ein Motor verwendet werden, und wer im Qualifying einen Motorschaden hat und die Maschine wechseln muss, wird in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Dann aber legten sich wieder einige Teamchefs quer. Eddie Jordan und Tom Walkinshaw (Arrows) sollen die Plänen nicht weit genug gehen. McLaren-Mercedes-Boss Ron Dennis war deshalb ziemlich sauer: "Natürlich haben alle ein Interesse daran, Kosten zu sparen. Aber es muss vernünftig passieren. Ich finde, wir sind den schwächeren Teams schon ziemlich weit entgegen gekommen." Dann wurde er noch bissiger: "Ich kann mich nur über einige Leute wundern, die immer jammern und dabei Flugzeuge, Yachten und teure Häuser haben. Wenn es meinem Team so schlecht ginge, dann würde ich erst mal ein paar dieser Besitztümer verkaufen."

Auch der Plan, jeder Motorenhersteller habe in Zukunft zwei Teams zu beliefern, muss wohl nochmal überarbeitet werden. Im Moment gibt es in der Formel 1 sieben Hersteller, aber nur elf Teams - die geplante Aufteilung geht also schon rein mathematisch nicht. Über die anderen Punkte, etwa eine Reduzierung der Testfahrten, "wird man sich schon irgendwann einigen", sagt Toyota-Konstrukteur Brunner.

Über die Abschaffung des Freien Trainings am Freitag allerdings nicht. Erstens gibt es Fernseh- und Sponsorenverträge, "und zweitens bringt das auch nicht viel", sagt Teamchef Peter Sauber. "Denn das Material und die Leute sind doch sowieso vor Ort. Da wäre es effektiver, vielleicht sogar die Trainingszeit am Freitag auszudehnen und dafür die Testfahrten zu verkürzen."

Ob es in der F-1-Kommission und dann am Mittwoch auf der Fia-World-Council-Sitzung aber überhaupt schon zu einer Entscheidung kommen wird, ist fraglich. Denn für die geplanten Änderungen benötigt die Fia Einstimmigkeit. Aber die ist erst mal nicht zu erwarten.

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