Jena : Das größte Heimspiel seit den 80ern

Jena freut sich auf Schalke im Pokal-Achtelfinale Der Fußball-Drittligist ist im DFB-Pokal an einem Rekord beteiligt, den in nächster Zeit nicht einmal Bayern München verbessern kann.

Matthias Koch

Jena80 708 Zuschauern sahen am 18. März 2008 bei Borussia Dortmund zu, wie Jena mit 0:3 ausschied. Das ist die größte Kulisse, die es jemals bei einem deutschen Pokalspiel gab. Heute bekommt es Jena im Achtelfinale mit dem anderen großen Revierklub zu tun. Schalke 04 beschert Jena ein ausverkauftes Haus und die größte Heim-Zuschauerzahl seit den Europacupspielen Anfang der achtziger Jahre. Im Ernst-Abbe-Sportfeld, das bald in ein reines Fußballstadion umgebaut werden soll, steht eine Zusatztribüne für 4590 Zuschauer. An den Kosten hat sich auch Schalke beteiligt. Insgesamt 17 600 Zuschauer können so das Spiel sehen.

Jenas Trainer René van Eck lässt sich nicht davon blenden, dass das Schalker Umfeld in den vergangenen Wochen alles andere als ruhig wirkte. „Bei Schalke spielen Profis, die genau wissen, worum es geht.“ Der 42-Jährige kennt Schalkes Trainer Fred Rutten gut. Beide spielten einst gemeinsam in der niederländischen U 21. „Schalke könnte in der Tabelle viel besser platziert sein“, sagt van Eck. Dies trifft auch auf Jena zu. Platz zehn entspricht keinesfalls dem ursprünglichen Saisonziel. Noch im September, kurz vor der Entlassung von Trainer Henning Bürger, rief Präsident Peter Schreiber auf der Mitgliederversammlung 70 Punkte und die sofortige Rückkehr in die Zweite Liga als Ziel aus.

Unter René van Eck konnte sich der FC Carl Zeiss aber wieder stabilisieren. Schreiber spricht vom entscheidenden Monat Februar: „Nach den Partien gegen Aue, Erfurt, Emden und Bayern München II werden wir sehen, wo wir wirklich stehen.“ Ein Erfolg gegen Schalke, das 1937 ein Freundschaftsspiel in Jena und damit den bislang einzigen Vergleich mit 4:3 gewann, könnte das Selbstvertrauen zweifellos heben. In der vergangenen Saison scheiterten auf Jenas Weg ins Halbfinale immerhin die Erstligisten 1. FC Nürnberg, Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart an den Thüringern.

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