Sport : "Jetzt werde ich mich erst mal auskurieren"

Jürgen Röber[sind Sie sehr enttäus]

Jürgen Röber, sind Sie sehr enttäuscht, nicht mehr Hertha-Trainer zu sein?

Absolut nicht. Schon auf der Rückfahrt aus Cottbus habe ich Dieter Hoeneß gesagt, dass eine Trennung die richtige Lösung ist. Jetzt ist von mir der Druck abgefallen.

Auch von der Mannschaft?

Das hoffe ich. Sie hat sich zuletzt selbst unter Druck gesetzt, weil sie mir unbedingt einen guten Abgang verschaffen wollte. Das ist leider gründlich in die Hose gegangen.

Sie scheiden also nicht im Groll?

Keineswegs. Damals, beim VfB Stuttgart, hat man mich dämlich behandelt, und ich bin im Ärger gegangen. Auch bei Hertha gab es in den sechs Jahren manche Reiberei, aber man hat sich mir gegenüber fair verhalten. Dafür bin ich dankbar.

Hat Ihr Verhältnis zu Dieter Hoeneß durch die Trennung gelitten?

Natürlich gab es auch mit ihm hin und wieder Streit, auch so manches Kompetenzgerangel. Das ist normal. Dieter hat sich aber gerade in einigen kritischen Situationen mir gegenüber so verhalten, wie ich das erhofft hatte. Das rechne ich ihm hoch an.

Mit welchen Gefühlen verlassen Sie die Stadt?

Mit sehr wehmütigen. Die Stadt ist mir ans Herz gewachsen. Und ich glaube, ich habe ihr auch mit Hertha einiges gegeben.

Wann verabschieden Sie sich von der Mannschaft?

Da lasse ich erst mal drei, vier Wochen ins Land gehen. Jetzt bin ich noch viel zu aufgewühlt. Da würde ich sicher so wie im Dezember, als ich den Spielern meinen Abschied zum Saisonende mitteilte, kaum einen Satz rausbringen. Und wenn ein Trainer Tränen vergießt, wird ihm das ja gleich vorgehalten.

Werden Sie am Sonnabend beim Spiel gegen Stuttgart im Stadion sein?

Nein, daran hätte ich keinen Spaß. Das fände ich auch irgendwie unpassend.

Wann sehen wir Sie wieder auf der Trainerbank?

Erst einmal werde ich meine körperlichen Beschwerden, die vielleicht auch seelisch bedingt sind, in Italien in einem Moorbad auskurieren oder irgendwohin in die Wärme fliegen. Ich denke, mir wird es gut tun, mal ein halbes Jahr Abstand zum Fußball zu halten.

Und danach sind Sie wieder Trainer in der Bundesliga?

Vielleicht. Mich würden aber auch Spanien oder England reizen. Ich lasse das auf mich zukommen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben