Sport : Jörg Roßkopf verliert – und bleibt

Friedhard Teuffel

Jörg Roßkopfs Tischtenniskarriere ist längst eine olympische Karriere geworden. Seit bei Olympischen Spielen Tischtenniswettbewerbe stattfinden, ist Roßkopf dabei, seit sechzehn Jahren also. Zwei seiner größten Erfolge hat Roßkopf auch bei Olympia gefeiert, die Silbermedaille im Doppel mit Steffen Fetzner 1992 in Barcelona und die Bronzemedaille im Einzel 1996. Gestern ist diese olympische Karriere vielleicht zu Ende gegangen. Roßkopf unterlag in der dritten Runde dem Chinesen Wang Hao mit 1:4-Sätzen.

Bei seinen fünften Olympischen Spielen ist er ausgerechnet auf den besten Tischtennisspieler der Welt getroffen, Wang Hao. Eine kleine Chance hatte Roßkopf, als er nach verlorenem ersten Satz im zweiten 10:5 führte. Doch er war nicht konzentriert genug. In einem anderen Wettbewerb war Roßkopf zuvor dem Springreiter Ludger Beerbaum unterlegen. Bei der Eröffnungsfeier durfte Beerbaum die Fahne tragen, und nicht wie vermutet der 35 Jahre alte Roßkopf.

Ob seine olympische Karriere nun vorbei ist, ließ der Hesse allerdings offen. „An ein Abschiedsgefühl verschwende ich keine Zeit“, sagte er, und Bundestrainer Dirk Schimmelpfennig ergänzte: „Bei besonderen Athleten sollte man nichts ausschließen.“ 2008 finden die Olympischen Spiele jedenfalls in Peking statt – im Tischtennisland China. Die Spiele in Athen will Jörg Roßkopf jetzt genießen, so lange es geht und erst abreisen, wenn alle Tischtennismedaillen vergeben sind. Ein paar Tage hat er also noch Zeit.

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