Sport : Jon Dahl Tomasson

Wie der Neu-Stuttgarter das Spiel in Duisburg erlebte

Richard Leipold

Bei seiner Premiere in der Fußball-Bundesliga hat sich Jon Dahl Tomasson nicht besonders gut amüsiert. Der Stürmerstar in Diensten des VfB Stuttgart bekam in Duisburg nicht ein einziges Mal die Gelegenheit, auf das gegnerische Tor zu schießen. Das ist nicht nur für einen Torjäger mit internationalen Ambitionen eine enttäuschende Bilanz. Am Ende seines ersten Arbeitstages in der Fußball-Bundesliga hatte der dänische Nationalspieler dennoch einen kleinen Erfolg zu vermelden. „Ich bin überrascht, dass ich Kraft für 75 Minuten hatte“, sagte er. Aus Stuttgarter Sicht war es eine überwiegend unproduktive Zeit.

Tomasson litt darunter, dass seine Mitspieler zu spät ihre Angriffslust entdeckten. Nach dem frühen Führungstor aus der fünften Minute hatten sie sich lange zurückgehalten. Während sein Nebenmann, der später vom Platz gestellte Cacau, als Torschütze glänzte, wartete Tomasson vergeblich auf Flanken. „Wir haben zu viel mit langen Pässen gespielt und zu wenig kombiniert“, sagte er. Aus seiner Zeit beim AC Mailand, wo er zuletzt nur zweite Wahl war, dürfte er ein anderes Niveau gewohnt sein.

Die Stuttgarter sind kein eingespieltes Team – vor allem, weil die namhaften Zugänge noch nicht so weit sind. Tomasson, der fünf Wochen Ferien machen konnte, hat zwar den längsten Urlaub seiner Profikarriere hinter sich, aber auch eine kurze Vorbereitung. Er trainiert seit zwei Wochen mit seinen neuen Kollegen, länger immerhin als sein Landsmann und Sturmpartner Jesper Grönkjaer, der 25 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. Um die beiden hochgelobten Spitzenkräfte voranzubringen, hat der VfB für den kommenden Dienstag ein zusätzliches Testspiel in Speyer vereinbart. Gegen wen, weiß Tomasson nicht genau. Der dänische Nationalstürmer hofft, Ende August in Form zu sein.

Bis dahin muss er sich damit begnügen, seinen Landsmann Grönkjaer nach Stuttgart geholt zu haben. Tomasson hatte das Gespräch mit dem Trainer gesucht und sich für die Verpflichtung seines Landsmannes stark gemacht. In Duisburg haben die beiden Dänen nur etwa zehn Minuten lang zusammen gespielt.

Kaum war Grönkjaer auf dem Platz, wurde Tomasson ausgewechselt. Auf den genialen Doppelpass müssen die beiden noch warten. Beide hatten in der Vorbereitung nur als Teilzeitkräfte, für etwa zwanzig Minuten, ihr Können andeuten können. Unter diesen Umständen sah Trainer Giovanni Trapattoni die Entscheidung gerechtfertigt, nicht mit beiden Dänen gleichzeitig zu beginnen. Er habe gewusst, dass keiner von beiden neunzig Minuten lang spielen könne. Insofern habe er unter den gegebenen Umständen „die richtige Mischung gewählt“. Über einen längeren Zeitraum zusammen zu spielen wird von den beiden Neuen vermutlich früher verlangt als erwartet. Die Rote Karte in der zweiten Halbzeit gegen Cacau hat im Angriff eine Vakanz geschaffen.

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