Sport : Jubel in der Rußwolke

Deutsches Fed-Cup-Team führt 2:0 in Indonesien

Moritz Kleine-Brockhoff

Jakarta. Schon der Geruch ist gewöhnungsbedürftig. Es stinkt auf der Anlage nach einer Mischung aus Kloake und Abgasen. Kein Wunder, das Tennis-Stadion „Gelora Bung Karno“ liegt im Zentrum Jakartas, gleich hinter einer großen Kreuzung, wo Tausende von antiken Bussen ihre schwarzen Dieselrußwolken ausstoßen. Hinzu kommt die Hitze. Es herrschen 35 bis 40 Grad. Der Boden des Platzes ist aus knallhartem Beton, auf den ein wenig grüne Farbe gepinselt wurde. „Die Bedingungen sind schon in Ordnung“, sagen die deutschen Tennisspielerinnen fast trotzig. Sie haben sich in der Tat erstaunlich schnell abgefunden mit dem ungewohnten äußeren Rahmen. Im Kampf um den Klassenerhalt in der Fed-Cup-Weltgruppe ging Deutschland gestern gegen Indonesien mit 2:0 in Führung.

Die deutsche Meisterin Anca Barna aus Moers setzte sich zunächst gegen Wynna Prakusya mit 4:6, 6:0, 6:4 durch, im Anschluss daran legte Barbara Rittner mit 6:4, 6:1 gegen Indonesiens Topspielerin Angelique Widjaja nach. Nun kann Anca Barna heute zum Auftakt des zweiten Tages (Spielbeginn 5.00 Uhr MEZ) gegen die erst 18-jährige Widjaja bereits für den dritten und entscheidenden Zähler sorgen. Leicht ist die Aufgabe für die Deutsche indes nicht. Widjaja hat bereits die Junioren-Titel in Wimbledon und Paris gewonnen, ihr wird ein großes Potenzial bescheinigt. „Es gibt kein Spiel, das nach einer klaren Sache aussieht“, meinte Barbara Rittner, noch ehe in diesem FedCup-Spiel die ersten Bälle über das Netz flogen. Ihre größte Sorge: „Hoffentlich kommt es nicht auf das Doppel an.“ Das wird zuletzt gespielt, wenn die beiden Einzel an diesem Sonntag vorbei sind. Für Deutschland sollen Angelika Roesch und Vanessa Henke im Doppel spielen. Kurzfristige Änderungen sind allerdings nicht auszuschließen, wenn das letzte Spiel tatsächlich das entscheidende sein sollte.

„Wir wollen unbedingt in der Weltgruppe bleiben“, sagt Günther Lang, Vizepräsident des Deutschen Tennis-Bundes. Bei einer 2:0-Führung sollte sich dieser Wunsch erfüllen lassen – trotz widriger Bedingungen.

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