Sport : K.o.-Schlag aus acht Metern

Durch einen Dreier in der letzten Sekunde verliert Alba sein erstes Uleb-Cup-Spiel gegen Saloniki 86:89

Helen Ruwald

Berlin - Gerade hatte Nenad Canak mit zwei Freiwürfen für Alba Berlin zum 86:86 ausgeglichen, die Verlängerung im Uleb-Cup-Spiel gegen Aris Saloniki war nur noch 6,5 Sekunden entfernt. Doch dann kam Corey Brewer. Aus acht Metern warf er den Ball Richtung Korb. Drei Punkte, 89:86 (44:40), Schlusssirene. Brewer und seine Mitspieler hüpften um die konsternierten Basketballer von Alba herum. Für die Berliner war es in einem hart umkämpften, teils erstklassigen Spiel vor 7380 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle die erste Saisonniederlage.

„Nicht der letzte Dreier war entscheidend, sondern das letzte Viertel, da war unsere Verteidigung schlecht“, sagte Albas Center Jovo Stanojevic. Den letzten Spielabschnitt verlor Alba 19:31. Die Berliner hatten mit einem Heimsieg in die Uleb-Cup-Saison starten wollen, gilt die Gruppe A doch als sehr ausgeglichen. Vier Teams der Sechsergruppe erreichen das Achtelfinale – Albas Minimalziel nach dem Vorrunden-Aus in der Vorsaison.

Nach knapp vier Minuten hatte es noch so ausgesehen, als würde Alba Berlin international genauso dominieren wie national. 13:2 führte der souveräne Tabellenführer der Basketball-Bundesliga nach begeisterndem Start gegen Aris Saloniki, Albas Mike Penberthy hatte schon drei Distanzwürfe getroffen, am Ende war er mit 31 Punkten Topscorer des Abends. Doch der Tabellenzweite der griechischen Liga machte schnell deutlich, dass er nicht mit Gießen, Leverkusen oder Köln zu vergleichen ist, also mit Teams, die Alba in den letzten Wochen klar besiegt hatte.

Optimistisch durfte gestern Abend schon vor Spielbeginn stimmen, dass Spielmacher Hollis Price wieder auflief – wenn auch mit Bandage. Vor zehn Tagen gegen Köln hatte er mit 28 Punkten geglänzt, am Sonnabend gegen Gießen musste er wegen einer Knieprellung pausieren. Zunächst wirkte sich seine Rückkehr positiv auf das Spiel der Berliner aus. Doch die Griechen stellten sich zunehmend besser auf Alba ein, holten auf und glichen durch drei Distanzwürfe in Folge von Spielmacher Corey Brewer zum 17:17 aus. Seinem Berliner Kontrahenten Hollis Price hingegen merkte man an, dass er nicht fit war; es gelang ihm nicht, das Spiel so schnell zu machen wie sonst. Albas Trainer Henrik Rödl gönnte Price, der keinen einzigen Punkt machte, viele Verschnaufpausen. Der Amerikaner wechselte sich im Spielaufbau mit Demond Greene und Martynas Mazeika ab.

Bis zur Pause konnte sich kein Team absetzen, im dritten Viertel schienen die Griechen zunächst davon zu profitieren, dass Albas Center Jovo Stanojevic schon mit drei Fouls belastet war und nicht mehr so energisch in Zweikämpfe gehen konnte. Doch mehr als sechs Punkte Vorsprung (48:42) konnten die Griechen nicht herausspielen. Dann begann Albas begeisternde, Minuten andauernde Dreier-Serie: Mit sieben Distanzwürfen in Folge gingen die Berliner 67:56 in Führung. Mamic, Canak, Greene und viermal Penberthy trafen. Dass Stanojevic nach seinem vierten Foul auf der Bank saß, fiel zunächst gar nicht auf.

Doch die Berliner konnten den Spielrausch nicht in das letzte Viertel retten. Stanojevic kam zurück ins Spiel, konnte aber nicht verhindern, dass Aris zweieinhalb Minuten vor dem Ende zum 75:75 ausglich und Alba den Rhythmus verlor. In der letzten Minute traf Brewer zum 82:79. Die Spannung stieg, als beide Teams in den letzten Sekunden Freiwürfe trafen und verwarfen. Dann kam Brewer.

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