Kampf um die Spitze : HSV - Hertha: Spiel mit Prognose

In Hamburg beginnt für Hertha am Sonntag der Kampf um die Spitze. Vielleicht ist das fünftletzte Saisonspiel das wichtigste für die Berliner.

Michael Rosentritt
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Foto: Mike Wolff

Berlin - Lucien Favre hob seine Brauen, als er über Herthas nächsten Gegner sprach. Das kennt man vom Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten. Der kommende Gegner ist eigentlich immer der schwerste. Gestern aber, am Tag der Arbeit, bekam Favres Hochachtung vor dem Hamburger SV, bei dem Hertha am Sonntag zum Spitzenspiel antritt, eine besondere Note. Favre hatte sich das Uefa-Cup-Halbfinalspiel des HSV in Bremen angesehen und war ins Schwärmen geraten: „Das Spiel war sehr gut, eine Werbung für Deutschland. Es war ein hohes Tempo im Spiel. Das war nicht weit weg vom Spiel Arsenal gegen Manchester United“, sagte Favre.

Das Spiel morgen in Hamburg besitzt für die Berliner größte Bedeutung. Sollten die – wie vor gut einer Woche in Hoffenheim – am Ende lachende Gesichter haben, „werde ich eine Prognose wagen“, sagte Dieter Hoeneß. Soll heißen: Im Falle eines Sieges wird Herthas Manager das Saisonziel nach oben korrigieren. Nicht mehr ein Platz im Uefa-Cup, sondern die Teilnahme an der Champions League soll es dann werden.

Solche Gedankenspiele bringen nichts, sagte dagegen Favre. „Wir müssen das Spiel erst spielen und uns dabei auf unsere Qualitäten besinnen.“ Allerdings wird er in Hamburg auf einige Spieler verzichten müssen. Stürmer Andrej Woronin ist nach seinem Platzverweis gegen Hannover noch immer gesperrt. Auch Kapitän Arne Friedrich wird weiterhin ausfallen. Nach seiner Knieoperation ist er noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Er dürfte erneut von Steve von Bergen vertreten werden, der diese Aufgabe zuletzt sehr gut erledigte. Dagegen steht einem Einsatz von Josip Simunic, Maximilian Nicu und Armine Chermiti nichts im Wege. Die drei Spieler hatten über kleinere Blessuren geklagt, aber nun sei „alles okay“, sagte Favre. Fraglich hingegen ist der Einsatz von Patrick Ebert, der in Hoffenheim das Tor des Tages erzielt hatte. Der offensive Mittelfeldspieler trainierte gestern nicht mit. Eine Mittelfußprellung macht Ebert zu schaffen. „Momentan weiß ich nicht, ob er am Sonntag spielen kann“, sagte Favre. Eine Entscheidung wird erst heute fallen. Für den HSV, der wie Hertha HERTHA BSC]13 Mal mit nur einem Tor Unterschied gewann, geht es auch um viel.

Das fünftletzte Saisonspiel ist vielleicht das wichtigste für Hertha. Ganz sicher aber das komplizierteste, oder? Favre nickte.

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